
Low-Band-Spektrum
Low-Band-Spektrum bezeichnet Funkfrequenzen unter etwa einem Gigahertz, die Mobilfunkanbieter für Netze wie 4G und 5G nutzen. Diese Frequenzen reichen sehr weit und durchdringen Wände gut, übertragen aber weniger Daten pro Sekunde als höhere Frequenzen.
Mobiltelefone tauschen ihre Daten über Funkwellen mit Sendemasten aus. Funkwellen unterscheiden sich darin, wie schnell sie schwingen. Diese Schwingungszahl heißt Frequenz und wird in Hertz gemessen. Ein Gigahertz bedeutet eine Milliarde Schwingungen pro Sekunde. Alle Funkwellen unterhalb von etwa einem Gigahertz fasst die Mobilfunkbranche als Low-Band-Spektrum zusammen. In Deutschland gehören dazu vor allem die Bereiche um 700, 800 und 900 Megahertz.
Warum langsame Wellen weit kommen
Je niedriger die Frequenz, desto länger ist eine einzelne Welle. Lange Wellen verlieren auf ihrem Weg weniger Energie und werden von Hindernissen weniger gestoppt. Sie kommen deshalb durch Hauswände, Fenster und Bäume hindurch. Ein einzelner Sendemast im Low Band kann Gebiete mit einem Radius von mehreren Kilometern abdecken.
Das ist wirtschaftlich entscheidend. Wer ein ganzes Land versorgen will, braucht im Low Band viel weniger Masten als in höheren Bändern. Für dünn besiedelte Regionen ist das oft der einzige bezahlbare Weg. Wenn ein Anbieter also stolz meldet, er versorge 98 Prozent der Bevölkerung mit 5G, steckt dahinter meistens Low-Band-Technik.
Genau deshalb sind diese Frequenzen knapp und teuer. Sie werden vom Staat in Auktionen versteigert, und die Nutzungsrechte laufen nach Jahren ab. Wenn in den Wirtschaftsnachrichten von Milliardensummen bei einer Frequenzauktion die Rede ist, geht es häufig um Low-Band-Lizenzen.
Der Preis der großen Reichweite
Reichweite und Datenmenge stehen im Widerspruch. Die Datenrate hängt davon ab, wie breit der zugeteilte Frequenzabschnitt ist. Man kann sich das wie eine Straße vorstellen: ein breiter Abschnitt hat viele Spuren, ein schmaler nur eine. Unterhalb von einem Gigahertz ist der Platz insgesamt sehr begrenzt, weil dort auch Rundfunk, Behördenfunk und andere Dienste liegen.
Ein Anbieter bekommt im Low Band typischerweise nur 10 bis 20 Megahertz Bandbreite. In hohen Bändern um 3,6 Gigahertz sind es oft 100 Megahertz. Das Ergebnis: 5G im Low Band bringt vielleicht 100 Megabit pro Sekunde, in hohen Bändern sind es leicht zehnmal so viel. Die Technik ist dieselbe, nur der Platz fehlt.
Dazu kommt, dass sich alle Nutzer einer Funkzelle diesen Platz teilen. Ein Mast mit fünf Kilometern Reichweite versorgt viele Menschen gleichzeitig. In einem vollen Stadion oder Zug wird es deshalb schnell langsam, obwohl die Anzeige volle Balken zeigt.
Low Band im Alltag und in den Bilanzen
Auf dem Handy sieht man das Low Band nicht direkt, aber man merkt es. Wenn im Keller, im Aufzug oder auf dem Land noch eine Verbindung steht, läuft sie fast immer über niedrige Frequenzen. Auch Telefonate und Notrufe stützen sich bevorzugt auf diese Bänder, weil Zuverlässigkeit dort wichtiger ist als Geschwindigkeit.
Ein häufiger Irrtum: viele halten 5G automatisch für schnell. Ein 5G-Symbol im Low Band kann sich langsamer anfühlen als gutes 4G in einem mittleren Band. Manche Anbieter markieren höhere Bänder deshalb extra, etwa als 5G+ oder 5G Ultra. Fachleute sprechen bei den Bereichen um 1 bis 6 Gigahertz vom Mid Band und bei Frequenzen über 24 Gigahertz vom High Band oder mmWave.
In Unternehmensmeldungen taucht das Low Band vor allem bei zwei Themen auf: bei Auktionen und bei sogenannten Versorgungsauflagen, also staatlichen Vorgaben zur Netzabdeckung. Auch beim Ausbau von Funkverbindungen für Maschinen, etwa Stromzähler oder Sensoren in der Landwirtschaft, spielt es eine große Rolle. Solche Geräte senden wenig Daten, müssen aber überall erreichbar sein.