Schema eines GitHub-Arbeitsablaufs: Hauptzweig mit mehreren Commits, davon abzweigender Branch mit eigenen Commits, der über einen Pull Request mit Prüfung und Kommentaren wieder in den Hauptzweig zurückgeführt wird.

GitHub

GitHub ist eine Internetplattform, auf der Programmierer den Text ihrer Programme speichern, gemeinsam bearbeiten und veröffentlichen. Sie gehört seit 2018 zu Microsoft und ist der wichtigste Treffpunkt für offen entwickelte Software.

Software besteht im Kern aus Textdateien. Ein Mensch schreibt Anweisungen auf, der Computer führt sie später aus. GitHub ist eine Internetplattform, auf der solche Textdateien gespeichert und gemeinsam bearbeitet werden. Jedes Projekt liegt dort in einem eigenen Ordner, den man Repository nennt. Sichtbar ist dabei nicht nur der aktuelle Stand, sondern die komplette Änderungsgeschichte: wer hat wann welche Zeile geändert, und warum. Millionen von Programmierern arbeiten so zusammen, auch wenn sie sich nie begegnen. GitHub wurde 2008 gegründet und 2018 von Microsoft für rund 7,5 Milliarden Dollar gekauft.

GitHub als Adresse der Open-Source-Welt

Viele Programme sind Open Source. Das heißt: Der Programmtext ist öffentlich, jeder darf ihn lesen, kopieren und verbessern. Fast die gesamte Open-Source-Welt hat sich auf GitHub versammelt. Wer ein Werkzeug für seine eigene Arbeit sucht, schaut deshalb zuerst dort nach.

Das gilt besonders für künstliche Intelligenz. Wenn ein Unternehmen ein KI-Modell veröffentlicht, erscheint der zugehörige Programmcode meist als GitHub-Projekt. Die Zahl der Sterne, also der öffentlichen Lesezeichen anderer Nutzer, gilt als grobes Maß für Bekanntheit. Projekte mit hunderttausend Sternen tauchen in Tech-News regelmäßig als Beleg für einen Trend auf.

Für einzelne Entwickler hat GitHub noch eine zweite Funktion. Das Profil zeigt öffentlich, woran jemand mitgearbeitet hat. Personalabteilungen in der Softwarebranche schauen sich das oft an, ähnlich wie eine Mappe bei einer Bewerbung im Design.

Versionsverwaltung, Branches und Pull Requests

Unter GitHub steckt ein Programm namens Git. Git speichert nicht nur die neueste Fassung einer Datei, sondern jeden Zwischenstand. Solche gespeicherten Zwischenstände heißen Commits. Man kann jederzeit zu einem älteren Commit zurückgehen, wenn eine Änderung Schaden angerichtet hat. Git läuft auf dem eigenen Rechner, GitHub ist der gemeinsame Ablageort im Netz.

Damit sich mehrere Leute nicht in die Quere kommen, arbeitet jeder in einem eigenen Zweig, englisch Branch. Ein Zweig ist eine Kopie des Projekts, in der man frei experimentieren kann. Ist die Arbeit fertig, stellt man einen Pull Request: eine Bitte, die Änderungen in die Hauptfassung aufzunehmen. Andere Mitarbeiter lesen die Änderung, kommentieren sie und stimmen am Ende zu.

Dazu kommen Issues, also gesammelte Fehlermeldungen und Wünsche. Jeder Nutzer kann melden, dass etwas nicht funktioniert. Außerdem lassen sich automatische Prüfungen einrichten. Bei jedem Pull Request testet ein Server, ob das Programm noch startet und keine bekannten Fehler zurückkommen.

Copilot und die Rolle in der KI-Debatte

GitHub ist auch für Leute wichtig, die selbst nie programmieren. Ein großer Teil der KI-Werkzeuge, über die berichtet wird, wird dort veröffentlicht. Wenn eine Nachricht meldet, ein Modell sei quelloffen erschienen, findet man den Beweis in einem Repository.

Bekannt ist außerdem GitHub Copilot. Das ist ein KI-Assistent, der beim Schreiben von Programmen Vorschläge macht, ähnlich wie die Wortvorschläge auf einem Handy. Copilot wurde mit riesigen Mengen öffentlichen Programmcodes trainiert, unter anderem von GitHub selbst. Genau daran hängt ein Streit: Manche Entwickler halten es für unzulässig, dass ihr Code ohne Erlaubnis als Trainingsmaterial diente. Es gab dazu Klagen in den USA.

Eine häufige Verwechslung sollte man kennen. Git ist das Werkzeug zur Versionsverwaltung, GitHub nur ein Anbieter, der es im Netz nutzbar macht. Konkurrenten wie GitLab oder Codeberg funktionieren nach demselben Prinzip. Wer will, kann Git ganz ohne Plattform auf einem eigenen Server betreiben.

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