Google Workspace

Google Workspace

Google Workspace ist ein Paket aus Programmen für Büro und Schule, die im Browser laufen und deren Dateien auf Googles Servern liegen. Dazu gehören unter anderem Gmail, Google Docs, Tabellen, Kalender, Drive und Meet.

Google Workspace ist eine Sammlung von Programmen, mit denen man arbeitet, schreibt und Termine plant. Dazu gehören ein E-Mail-Dienst, eine Textverarbeitung, eine Tabellenkalkulation, ein Kalender, ein Speicherplatz für Dateien und ein Videokonferenz-Werkzeug. Der Unterschied zu älteren Büroprogrammen: Man installiert nichts auf dem eigenen Rechner. Alles läuft im Browser, also im Fenster, mit dem man auch Webseiten öffnet. Die Dateien liegen dabei nicht auf der Festplatte, sondern auf Computern von Google. Diese fremden Computer, auf denen die Daten gespeichert und die Programme ausgeführt werden, nennt man Server.

Warum Firmen und Schulen darauf umgestiegen sind

Der größte praktische Vorteil ist gemeinsames Arbeiten. Mehrere Leute können dasselbe Dokument gleichzeitig öffnen und bearbeiten. Man sieht die Änderungen der anderen in Echtzeit, Buchstabe für Buchstabe. Früher schickte man sich Dateiversionen per E-Mail hin und her. Am Ende wusste niemand mehr, welche Fassung die aktuelle war.

Für Organisationen zählt außerdem der Verwaltungsaufwand. Eine Schule mit 1200 Schülern muss keine 1200 Rechner einzeln mit Software bespielen. Es gibt eine zentrale Konsole, in der ein Administrator Konten anlegt, sperrt oder Rechte vergibt. Updates kommen automatisch, weil das Programm ohnehin auf Googles Servern läuft.

Diese Bequemlichkeit hat einen Preis, und der ist nicht nur finanziell. Wer Workspace nutzt, gibt seine Daten in die Hand eines US-Konzerns. In Europa ist das ein Dauerstreitthema, weil der Datenschutz strenge Regeln für die Speicherung personenbezogener Daten macht. Mehrere deutsche Bundesländer haben deshalb über Jahre gestritten, ob Schulen die Dienste einsetzen dürfen.

Browser, Server und ein Abo-Modell

Technisch ist Workspace eine sogenannte Cloud-Anwendung. Cloud bedeutet hier schlicht: Die eigentliche Rechenarbeit und die Speicherung passieren in großen Rechenzentren, nicht bei dir. Dein Browser zeigt nur die Oberfläche an und schickt jede Eingabe ans Rechenzentrum. Deshalb funktioniert vieles ohne Internetverbindung nur eingeschränkt.

Bezahlt wird nicht einmalig, sondern monatlich pro Nutzer. Dieses Modell heißt Software as a Service, also Software als Dienstleistung. Eine Firma mit 50 Mitarbeitern zahlt also 50 Beiträge pro Monat, typischerweise im Bereich weniger Euro je Person. Größere Tarife bringen mehr Speicherplatz und zusätzliche Sicherheitsfunktionen mit.

Seit einigen Jahren steckt in Workspace auch künstliche Intelligenz. Googles Sprachmodell Gemini kann Texte in Docs entwerfen, E-Mails in Gmail zusammenfassen oder Formeln in Tabellen vorschlagen. Ein Sprachmodell ist ein Programm, das aus riesigen Textmengen gelernt hat, plausible Fortsetzungen zu erzeugen. Wichtig zu wissen: Es versteht den Inhalt nicht, sondern rechnet Wahrscheinlichkeiten aus. Deshalb können solche Vorschläge sachlich falsch sein und müssen geprüft werden.

Der Wettbewerb mit Microsoft 365

Im Alltag begegnet dir Workspace meist ohne den Namen. Wenn du in der Schule ein Referat in Google Docs schreibst oder eine Klassen-E-Mail-Adresse hast, steckt vermutlich Workspace dahinter. Ein privates Google-Konto mit Gmail und Drive nutzt dieselben Programme, gehört aber nicht zum kostenpflichtigen Geschäftspaket.

In Wirtschaftsnachrichten taucht der Begriff vor allem im Vergleich mit Microsoft 365 auf, dem Konkurrenzpaket mit Word, Excel, Outlook und Teams. Beide Anbieter liefern sich einen Wettlauf darum, wer die besseren KI-Funktionen einbaut. Analysten beobachten das genau, weil Abo-Einnahmen für beide Konzerne gut planbar und sehr profitabel sind.

Ein häufiger Irrtum ist, Workspace mit dem Betriebssystem Android oder mit der Suchmaschine gleichzusetzen. Es sind drei getrennte Geschäftsbereiche desselben Unternehmens. Auch der frühere Name G Suite sorgt für Verwirrung, denn dahinter steckt dasselbe Produkt unter anderem Label.

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