
GKE
GKE ist ein Dienst von Google, mit dem Firmen ihre Programme auf gemieteten Rechnern im Internet betreiben lassen. Google übernimmt dabei die Aufgabe, diese Programme automatisch zu starten, zu verteilen und bei Ausfällen zu ersetzen.
GKE ist ein Angebot der Firma Google, das man mieten kann. Man lädt sein eigenes Programm hoch, und Google lässt es auf seinen Rechnern laufen. Der Name steht für Google Kubernetes Engine. Kubernetes ist eine Software, die viele Programme auf vielen Rechnern gleichzeitig organisiert. Sie entscheidet, welches Programm auf welchem Rechner läuft, startet es bei einem Absturz neu und schaltet bei viel Andrang zusätzliche Kopien dazu. GKE nimmt einem die Arbeit ab, diese Software selbst aufzusetzen und zu pflegen.
Warum Firmen ihre Server nicht mehr selbst betreiben
Früher kaufte ein Unternehmen eigene Server und stellte sie in einen Keller. Wuchs die Nutzerzahl, musste jemand neue Geräte bestellen und einbauen. Das dauerte Wochen und kostete viel Geld im Voraus. Fiel ein Gerät nachts aus, musste ein Mitarbeiter hinfahren.
Bei GKE mietet man Rechenleistung stundenweise und zahlt nur, was man verbraucht. Ein Onlineshop kann vor dem Weihnachtsgeschäft die Kapazität verzehnfachen und im Januar wieder senken. Das geht per Konfigurationsdatei, nicht per Lieferwagen. Für Start-ups ist das entscheidend, weil sie so ohne großes Startkapital eine Anwendung für Millionen Nutzer betreiben können.
Wichtig ist auch der Wettbewerb: GKE ist Googles Antwort auf ähnliche Angebote von Amazon und Microsoft. Dieses Cloud-Geschäft, also das Vermieten von Rechenleistung über das Internet, gehört zu den profitabelsten Sparten dieser Konzerne. In Quartalszahlen taucht es deshalb regelmäßig als eigener Posten auf.
Container, Pods und der Autopilot
Die kleinste Einheit bei GKE ist ein Container. Das ist ein Paket, in dem das Programm zusammen mit allem steckt, was es zum Laufen braucht. Man kann es sich wie einen Schiffscontainer vorstellen: Der Inhalt ist egal, die Außenmaße sind immer gleich. Deshalb läuft dasselbe Paket auf jedem Rechner identisch, ohne dass jemand etwas anpassen muss.
Kubernetes bekommt vom Betreiber nur eine Zielvorgabe, etwa: Von diesem Container sollen immer fünf Kopien laufen. Danach vergleicht es ständig den Ist-Zustand mit dieser Vorgabe. Stürzt eine Kopie ab, startet es innerhalb von Sekunden eine neue. Fällt ein ganzer Rechner aus, verteilt es dessen Aufgaben auf die übrigen. Dieses Prinzip heißt Selbstheilung und ist der Kern der Sache.
GKE gibt es in zwei Varianten. Im Standardmodus wählt man selbst aus, wie viele und wie starke Rechner im Hintergrund stehen. Im Autopilot-Modus übernimmt Google auch diese Entscheidung und rechnet nur nach tatsächlichem Verbrauch ab. Ein häufiger Irrtum ist, GKE sei selbst die Software Kubernetes. GKE ist der Betreuungsdienst darum herum, Kubernetes ist ein frei verfügbares Open-Source-Projekt, das jeder auch allein installieren könnte.
Von Streamingdiensten bis zu KI-Rechenzentren
Als Nutzer sieht man GKE nie direkt. Man merkt es nur daran, dass eine App auch dann funktioniert, wenn gerade sehr viele Leute gleichzeitig darauf zugreifen. Banken lassen ihre Apps darauf laufen, ebenso Streaminganbieter und Onlinehändler. Sichtbar wird der Dienst höchstens in der Rechnung der IT-Abteilung.
In Nachrichten taucht GKE vor allem im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz auf. KI-Modelle brauchen spezielle Chips, sogenannte GPUs, die ursprünglich für Grafik entwickelt wurden. Über GKE lassen sich hunderte solcher Chips zu einem Verbund zusammenschalten und wieder freigeben. Firmen, die ein eigenes Modell trainieren wollen, mieten diese Kapazität, statt ein Rechenzentrum zu bauen.
Wer sich für Informatik interessiert, begegnet dem Thema früher oder später auch in Stellenanzeigen. Berufsbezeichnungen wie DevOps-Engineer oder Site Reliability Engineer beschreiben Leute, die genau solche Systeme betreuen. Kenntnisse in Kubernetes gehören dort inzwischen zu den am häufigsten geforderten Fähigkeiten.