Waymo
Waymo ist ein US-Unternehmen, das Autos entwickelt, die ohne Fahrer am Steuer fahren. In mehreren amerikanischen Städten betreibt es damit einen Taxidienst, den man per App bestellt.
Waymo ist ein amerikanisches Unternehmen, das Autos baut, die selbst fahren. Niemand sitzt am Steuer, auch keine Aufsichtsperson auf dem Beifahrersitz. Das Unternehmen entstand aus einem Forschungsprojekt bei Google und gehört heute zum selben Mutterkonzern wie Google, der Alphabet heißt. Waymo verkauft diese Autos nicht an Privatleute. Stattdessen betreibt es damit einen Taxidienst: Man bestellt über eine Handy-App ein Auto, steigt ein, und das Fahrzeug bringt einen ans Ziel. In Städten wie San Francisco, Phoenix und Los Angeles ist das seit einigen Jahren im normalen Straßenverkehr möglich.
Warum Waymo als Maßstab der Branche gilt
Über selbstfahrende Autos wird seit über einem Jahrzehnt geredet. Sehr viele Firmen haben es versucht und wieder aufgegeben. Waymo gehört zu den wenigen, die tatsächlich zahlende Kunden befördern, ohne dass ein Mensch eingreifen kann. Deshalb dient das Unternehmen in Nachrichten oft als Bezugspunkt: An ihm wird gemessen, wie weit die Technik wirklich ist.
Wirtschaftlich steht viel auf dem Spiel. Bei einem klassischen Taxi ist der Fahrer der größte Kostenblock. Fällt er weg, könnte eine Fahrt deutlich billiger werden. Gleichzeitig sind die Autos selbst teuer, weil sie viel zusätzliche Technik an Bord haben. Ob sich das Geschäft am Ende rechnet, ist eine offene Frage, über die Investoren viel diskutieren.
Dazu kommt die Sicherheitsdebatte. Waymo veröffentlicht regelmäßig Zahlen zu Unfällen und vergleicht sie mit menschlichen Fahrern. Kritiker halten dagegen, dass solche Vergleiche schwierig sind, weil die Autos nur in ausgewählten Gebieten und bei überschaubarem Wetter fahren. Einzelne Zwischenfälle, etwa blockierte Kreuzungen oder Kollisionen mit Radfahrern, bekommen große Aufmerksamkeit.
Was das Auto sieht und wie es entscheidet
Ein Waymo-Fahrzeug trägt auffällige Aufbauten auf dem Dach. Darin stecken drei Arten von Sensoren. Kameras liefern normale Bilder, ähnlich wie ein Handy. Radar misst über Funkwellen, wie weit ein Objekt entfernt ist und wie schnell es sich bewegt. Lidar tastet die Umgebung mit Laserstrahlen ab und erzeugt daraus eine dreidimensionale Punktwolke, also ein räumliches Abbild der Straße.
Diese Datenströme laufen zusammen und werden von Software ausgewertet, die auf maschinellem Lernen beruht. Das heißt: Die Programme wurden nicht Regel für Regel von Hand geschrieben, sondern haben aus riesigen Mengen aufgezeichneter Fahrten gelernt. Sie erkennen Autos, Fußgänger, Ampeln und Fahrbahnmarkierungen. Anschließend sagen sie voraus, was diese Objekte in den nächsten Sekunden vermutlich tun werden. Aus dieser Vorhersage berechnet das System eine Route und steuert Lenkung, Gas und Bremse.
Ein wichtiger Punkt unterscheidet Waymo von manchen Konkurrenten: Die Autos fahren nur auf hochgenau vermessenen Karten. Jede Straße im Einsatzgebiet wurde vorher zentimetergenau erfasst. Das macht das System zuverlässiger, aber auch unflexibel. Ein neues Stadtgebiet lässt sich nicht einfach per Software-Update freischalten. Es muss erst kartiert und getestet werden, was Monate dauert.
Waymo in den Nachrichten und auf der Straße
In Deutschland fährt Waymo bisher nicht. Wer den Namen liest, findet ihn meist in Wirtschaftsmeldungen über Alphabet oder in Berichten über den Wettlauf ums autonome Fahren. Konkurrenten sind unter anderem Tesla, das auf Kameras ohne Lidar setzt, sowie chinesische Anbieter wie Baidu. Auch die Einstellung des Robotaxi-Projekts Cruise durch General Motors war eine große Nachricht in diesem Umfeld.
Ein häufiger Irrtum: Waymo hat nichts mit den Assistenzsystemen zu tun, die in normalen Neuwagen stecken. Ein Spurhalteassistent oder ein Autopilot auf der Autobahn setzt voraus, dass ein Mensch jederzeit übernehmen kann. Bei Waymo gibt es diesen Menschen nicht. Fachleute nennen das Stufe 4 der Automatisierung. Der Unterschied ist rechtlich und technisch enorm, auch wenn beides umgangssprachlich oft als selbstfahrend bezeichnet wird.