Midterm-Special: Ist der KI-Boom jetzt zu Ende?
- • Merz präsentiert KI-Allianz mit fünf Staaten zur Wettbewerbsstärkung
- • Nasdaq 100 kämpft mit massivem Rückgang und Verlust von 2,5 Billionen Dollar
- • Skepsis über Anthropics Börsengang: Investoren erwarten niedrigere Bewertung
Merz startet KI-Allianz mit fünf Partnerstaaten
Bundeskanzler Friedrich Merz hat auf dem Digital-Gipfel der Bundesregierung in Berlin die „European Future AI Initiative“ angekündigt, ein Paket aus 18 Maßnahmen. Neben Deutschland gehören Frankreich, Finnland, Italien, Polen und Kanada zur Allianz. Gemeinsam wollen die Staaten den führenden KI-Nationen, den USA und China, aufschließen. Laut Merz verbinden die Partner ein gemeinsames Werteverständnis mit dem Ziel, im KI-Rennen eine stärkere Rolle zu spielen. Weitere Länder seien ausdrücklich willkommen. Auf seiner Asienreise in der Vorwoche habe er mit Japan, Singapur und Korea über eine engere Zusammenarbeit gesprochen.
Im Zentrum steht die Vermeidung einseitiger Abhängigkeiten. „Wir müssen unter allen Umständen vermeiden, bei dieser Technologie vollständig von Dritten abhängig zu werden“, sagte Merz. Europa müsse eigene technologische Fähigkeiten aufbauen, Lieferketten breiter aufstellen und mit Partnern mehr Einfluss auf die digitale Ordnung nehmen. Zusammen mit privaten Investoren sollen leistungsfähige KI-Modelle entstehen. In der Bundesregierung wächst die Sorge, dass Europa mit der Technologie auch die Regeln und Werte der USA und Chinas übernehmen könnte.
Als wichtigste Partner gelten Frankreich und Kanada, mit Mistral und Cohere als Hoffnungsträgern, vor allem für Bundesdigitalminister Karsten Wildberger. Stand im vergangenen Jahr Frankreich im Mittelpunkt des Gipfels, lag der Fokus diesmal auf Kanada. Die Fusion von Cohere mit der deutschen Aleph Alpha steht kurz vor dem Closing, ausstehend ist noch die behördliche Genehmigung. Die Regierungen sollen nach eigenen Angaben maßgeblich an den Verhandlungen beteiligt gewesen sein.
Im Zuge der faktischen Übernahme kündigte die Schwarz-Gruppe an, 500 Millionen Euro in das kanadische Unternehmen zu investieren. Sie führt eine Finanzierungsrunde an, an der sich unter anderem Nvidia beteiligt. Die angestrebte Bewertung liegt bei rund 23 Milliarden Euro, knapp zwei Milliarden Euro über der von Mistral. Beide Anbieter richten sich an Unternehmen, die souveräne KI-Lösungen einführen wollen. → Handelsblatt KI-Briefing
Synthszr Take: Die einzige belastbare Summe dieses Gipfels stammt vom Mutterkonzern von Lidl und Kaufland. Die 500 Millionen Euro der Schwarz-Gruppe für Cohere sind beziffert, die 18 Maßnahmen sind es nicht. Eine Allianz aus sechs Staaten frisst Ministerialzeit für Abstimmungsrunden und Erklärungen. Diese Zeit fehlt bei den unspektakulären Hebeln: Kapitalmarktunion, Rechenkapazität, Strompreise. Mistral und Cohere gewinnen politischen Rückenwind. Der Mittelstand, der souveräne KI einsetzen soll, bekommt eine Initiative statt eines Förderbescheids.
Midterms-Beben: Nasdaq 100 verliert Rekordwert von 2,3 Billionen Dollar
Die Nasdaq Composite ist am Donnerstag um 5,5 Prozent eingebrochen und hat dabei nach Daten von Dow Jones rund 2,5 Billionen Dollar an Börsenwert verloren. Der technologielastige Index schloss mehr als 10 Prozent unter seinem jüngsten Höchststand und befindet sich damit in einer Korrektur. Der Philadelphia Semiconductor Index, der die 30 größten Halbleiterunternehmen abbildet, fiel um mehr als 12 Prozent. Auch die übrigen großen US-Indizes erlebten ihre schwächsten Handelstage seit 2025. Auslöser war der Wahlsieg der Demokraten bei den Midterms, die am Dienstag sowohl den Senat als auch das Repräsentantenhaus gewonnen haben. Damit kontrollieren sie den Kongress für den Rest der Amtszeit von Donald Trump. Investoren befürchten nun strengere Auflagen für den Bau von Rechenzentren und damit eine sinkende Nachfrage nach KI-Chips und der zugehörigen Infrastruktur.
Besonders hart traf es Unternehmen mit hohem Anteil am Geschäft mit Rechenzentren. Nvidia verlor mehr als 9 Prozent und damit über 400 Milliarden Dollar an Börsenwert. AMD und Micron gaben jeweils mehr als 17 Prozent nach, Intel fiel um 10,3 Prozent. Der Speicherhersteller SanDisk brach um mehr als 22 Prozent ein. Die Musk-Unternehmen SpaceX und Tesla verloren 8 und knapp 11 Prozent. In Europa fiel der Chiphersteller Infineon um mehr als 8,5 Prozent, der Anlagenbauer ASML um 6,5 Prozent.
Am Freitag setzte sich der Ausverkauf in Asien fort. In Seoul stürzte der Kospi um mehr als 8,5 Prozent ab und löste einen Circuit Breaker aus, der den Handel vorübergehend aussetzte. SK Hynix verlor je nach Handelszeitpunkt zwischen 8 und mehr als 11,5 Prozent, Samsung Electronics zwischen 7 und knapp 10 Prozent. LG Innotek fiel um 10 Prozent, LG Display um 7,7 Prozent. In Tokio lag der Nikkei 225 im frühen Handel 6 Prozent im Minus. Der Testgerätehersteller Advantest brach um 12,2 Prozent ein, SoftBank Group um 11,6 Prozent. Der Speicherchip-Hersteller Kioxia verlor zwischen knapp 10 und 12,6 Prozent, Tokyo Electron zwischen 7,3 und 9,5 Prozent, Renesas Electronics 7,5 Prozent.
In Taiwan fiel der Taiex um mehr als 8,3 Prozent. TSMC gab zwischen 8,5 und 9,6 Prozent nach. Hon Hai Precision Industry, besser bekannt als Foxconn, verlor 9,4 Prozent, Foxconn Technology 9,1 Prozent. In China rutschten der technologielastige STAR Market und der ChiNext Artificial Intelligence Index jeweils um mehr als 4 Prozent ab. → CNBC, BBC
Synthszr Take: Die Nachfrage nach KI-Chips ist seit Dienstag dieselbe, die Mehrheit im Kongress nicht. Trotzdem verlor SanDisk mehr als 22 Prozent. Die Bewertungen der Chipbranche unterstellten, dass jedes geplante Rechenzentrum gebaut wird, sobald das Kapital bereitsteht. Jetzt hängt der Bau an Genehmigungen, und deren Zeitplan lässt sich nicht modellieren. Das verschiebt Verhandlungsmacht zu Betreibern, die Standorte und Netzanschlüsse schon besitzen. Zulieferer, die von neuen Baustellen leben, zahlen den Risikoaufschlag zuerst: Die Speicherhersteller haben gerade quittiert.
Investoren zweifeln an Anthropics IPO zu 1,5 Billionen Dollar
Große Investoren bezweifeln laut einem exklusiven Bericht des Wall Street Journal, dass Anthropic seinen Börsengang zur erwarteten Bewertung von 1,5 Billionen Dollar umsetzen kann. Auslöser der Skepsis ist ein tiefer Ausverkauf an den Aktienmärkten. Nach Einschätzung dieser Investoren könnte das KI-Unternehmen gezwungen sein, eine deutlich niedrigere Bewertung anzusetzen als bisher angenommen. Das Blatt bezeichnet das geplante Listing als einen der großen Börsengänge der Branche. Der Bericht stammt von den WSJ-Reportern Corrie Driebusch, Berber Jin, Kate Clark und Anissa Gardizy. → Wall Street Journal
Synthszr Take: Eine Bewertung von 1,5 Billionen Dollar ist für Anthropic vor allem ein Versprechen an die eigene Belegschaft. Mitarbeiter mit Optionen haben ihre Lebensplanung gegen genau diese Zahl gerechnet. Fällt der Ausgabepreis deutlich darunter, schrumpft ihr Vermögen, bevor es liquide wird. Das trifft Anthropic dort, wo es am teuersten ist: bei Forschern, die OpenAI, Google und Meta jederzeit abwerben können. Ein Kursrückgang von fünf Prozent an einem Tag wird so zum Rekrutierungsproblem in San Francisco.
Rechenzentren: OpenAI bietet Gemeinden einen Pakt an
Bei den US-Midterms haben Wähler fast überall gegen neue Rechenzentren gestimmt, wo diese auf dem Stimmzettel standen. In mehr als 30 Kommunen in neun Bundesstaaten setzten sie Moratorien, Verbote und andere Auflagen durch, teils als direkte Reaktion auf laufende Bauprojekte. OpenAI kündigte zwei Tage nach der Wahl einen „National Community Compact“ an. Darin verpflichtet sich das Unternehmen, Verschwiegenheitsvereinbarungen mit Amtsträgern einzuschränken. Für künftige Rechenzentren, die OpenAI selbst besitzt und betreibt, will es die Kosten für Strom und Energieinfrastruktur übernehmen. Das Rahmenwerk sieht außerdem mehr Transparenz bei Bauplänen und Lärmwerten vor, dazu Wassernutzungspläne für jeden Standort sowie Investitionen in Kinderbetreuung, Bildung, Gesundheit und Verkehr. → Gizmodo, Semafor, Axios
Synthszr Take: Beim Fracking verlor die Industrie in Denton und gewann in Austin: Texas hob kommunale Verbote per Landesgesetz wieder auf. Dieser Ausweg ist für Rechenzentren verbaut, denn die künftigen Gouverneurinnen von Texas und Georgia fordern selbst eine Baupause. Zustimmung muss also Gemeinde für Gemeinde erkauft werden. OpenAIs Compact ist die erste Preisliste dafür, mit Stromkosten und Kinderbetreuung als Posten. Die Banken führen lokalen Widerstand schon als Kreditrisiko und werden diese Liste in jede Standortprüfung übernehmen.
Texas wählt Rechenzentren-Kritikerin Hinojosa
Die Demokratin Gina Hinojosa hat die Gouverneurswahl in Texas gewonnen. Im Wahlkampf hatte sie ein landesweites Moratorium für neue Rechenzentren versprochen, das gelten soll, bis das Parlament in Austin neue Regeln verabschiedet hat. Die Demokraten gewannen oder führten in allen landesweiten Rennen in Texas, erstmals seit drei Jahrzehnten. Hinojosa wird am 19. Januar vereidigt. Auf Bundesebene übernehmen die Demokraten beide Kammern des Kongresses. Auch in Ohio und Georgia spielte der Widerstand gegen neue Rechenzentren im Wahlkampf eine Rolle. Republikanische Spitzenpolitiker machen vor allem den Iran-Krieg und die gestiegenen Benzinpreise für die Niederlage verantwortlich.
Texas galt bisher als bevorzugter Standort für den Rechenzentrumsausbau in den USA. Die Gründe sind viel verfügbares Land, ein deregulierter Strommarkt mit eigenem Netz, direkter Zugang zu Erdgas und eine wirtschaftsfreundliche Steuerpolitik. Analysten des Immobilienkonzerns JLL sahen Texas bis 2030 vor Virginia als größten Rechenzentrumsmarkt der Welt. Amazon, Google, Meta, Microsoft, OpenAI und Vantage bauen dort große Standorte. Zuletzt wuchs in der Bevölkerung der Unmut über Luftqualität, Lärm sowie steigende Strom- und Wasserrechnungen. Umfragen zufolge lehnt eine Mehrheit der Texaner Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft ab. Bereits im September hatte der scheidende republikanische Gouverneur Greg Abbott neue Genehmigungen ausgesetzt, bis der Netzbetreiber die laufenden Anträge geprüft hat. Davon war fast ein Fünftel der landesweiten Pipeline von 253 Gigawatt betroffen. → CNBC, The Daily Upside, nationthailand, International Business Times, SiliconANGLE, Investopedia, Quartz, Australian Financial Review
Synthszr Take: Hinojosa wurde von Haushalten gewählt, deren steigende Strom- und Wasserrechnungen den Ausbau mitfinanzieren. Ihr Moratorium ist deshalb vor allem ein Hebel, um diese Rechnung umzuschreiben. Netzkosten, Wasser und Steuerrabatte wandern zu den Betreibern. Microsoft, Amazon und Alphabet können das zahlen. Ihre Aktien stiegen sogar, weil gebremste Investitionen die Bilanz entlasten. Teuer wird es für reine Kapazitätsvermieter wie CoreWeave, deren Geschäft vom billigen texanischen Megawatt lebt.
Google investiert 17 Milliarden Dollar in Wyoming und bringt sein eigenes Gaskraftwerk mit
Google hat laut Quartz sein erstes Rechenzentrum in Wyoming angekündigt und investiert dafür 17 Milliarden Dollar in Laramie County. Partner des Projekts sind Tallgrass Energy, Black Hills Energy, American Electric Power und Related Digital. Den Strom soll eine 702-Megawatt-Anlage von AEP liefern, deren Brennstoffzellen von Bloom Energy stammen und mit Erdgas betrieben werden. Nach Angaben von Google soll Carbon Capture and Storage den Großteil der Emissionen im Eastern Wyoming Sequestration Hub von Tallgrass binden; den genauen Anteil hat der Konzern laut The Next Web nicht offengelegt. Google sagt zu, die vollen Stromkosten und den durch den Ausbau ausgelösten Infrastrukturbedarf selbst zu tragen und die Anlage mit Luft statt mit Wasser zu kühlen. → Quartz
Synthszr Take: Google trägt in Laramie County die vollen Stromkosten samt Netzausbau und verzichtet auf Kühlwasser. Damit fallen die drei Argumente weg, mit denen Bürgerinitiativen anderswo Rechenzentren an der Wahlurne gestoppt haben. Wyoming liefert Gas und eine Regierung, die kaum bremst. Google liefert die Zusage, dass kein Haushalt mitbezahlt. Dieses Paket wird zum Standard für jede Standortverhandlung. Microsoft, Meta und Amazon müssen künftig dasselbe bieten, das verteuert jedes Megawatt, bevor es ans Netz geht.
Alberto Romero: KI-Branche hält die Wut der Midterm-Wähler für ein bloßes PR-Problem
Alberto Romero führt den deutlichen Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen in seinem Newsletter The Algorithmic Bridge auf die wachsende Ablehnung von KI und Rechenzentren in der Bevölkerung zurück. Umfragen hätten diese Feindseligkeit nach seiner Darstellung seit Jahren angezeigt, die Wahl habe sie nun bestätigt. Die Branche reagiere mit der Forderung, ihre Kommunikation umgehend zu ändern. Romero hält diese Deutung für herablassend und falsch. Der Unmut richte sich gegen die Zukunft, die die Branche selbst beschreibt: unsichere Jobs, ein vermülltes Internet, kognitiver Verfall bis hin zu Katastrophenszenarien. Er verweist darauf, dass die Ablehnung in den USA stärker ausfällt als in anderen Ländern und dass viele Amerikaner KI im Alltag verwenden, während sie zugleich eine Regulierung der Industrie verlangen. → Alberto Romero from The Algorithmic Bridge
Synthszr Take: Ein Rechenzentrum lässt sich nicht umtexten. Es steht neben dem Maisfeld, zieht Strom aus demselben Netz wie die Nachbarschaft und taucht in der nächsten Stromrechnung auf. Dass Romero die Wasserdebatte für übertrieben hält, ändert daran wenig, denn gewählt wird lokal. Die Folge trifft die Kapazitätsplanung der Branche: Genehmigungen, Netzanschlüsse und Bebauungspläne liegen bei lokalen Politikern, die gerade gelernt haben, womit man Wahlen gewinnt. Mehr PR-Budget kauft kein einziges Megawatt.
Big Tech plant 720 Milliarden Dollar für KI-Infrastruktur, die Rendite bleibt aus
Amazon, Microsoft, Alphabet und Meta wollen laut The Verge allein in diesem Jahr mindestens 720 Milliarden Dollar an CapEx ausgeben, der Großteil davon für KI-Infrastruktur. Hinzu kommen Ausgabenzusagen von mindestens einer Billion Dollar für die kommenden Jahre. Amazon-CEO Andy Jassy kündigte für 2027 „deutlich mehr“ an als die 220 Milliarden Dollar, die das Unternehmen in diesem Jahr investiert. Alphabet plant 195 bis 205 Milliarden Dollar und will die Ausgaben 2027 nach Angaben von CFO Anat Ashkenazi „signifikant“ erhöhen. Gleichzeitig verlangsamte sich das Wachstum der Werbeerlöse von Google Search im dritten Quartal auf 12 Prozent, nach 17 Prozent im Vorjahresquartal. → The Verge
Synthszr Take: Google investiert bis zu 205 Milliarden Dollar, um Suchanfragen in ein Format zu verlagern, das pro Anfrage weniger Werbegeld einbringt. Steigende Nutzung bei sinkendem Erlös pro Anfrage hat Schindler im Call selbst eingeräumt. Zuckerberg formuliert dieselbe Wette offener: Muse rechnet sich erst, wenn Compute billiger wird. Die Hyperscaler setzen darauf, dass ihre Rechenzentren die Stückkosten schneller senken, als sie die Bilanz aufblähen. Belegt hat diese Kurve im dritten Quartal niemand.
Meta erwartet nach den Midterms härtere Genehmigungen für neue US-Rechenzentren
Meta-Präsidentin Dina Powell McCormick rechnet damit, dass neue Rechenzentrumsprojekte in den USA nach den Midterms deutlich schwerer durchzusetzen sind. Das sagte sie laut Wall Street Journal auf der WSJ-Tech-Konferenz und kündigte „a lot more review“ für neue Vorhaben an. Den Ausbau bestehender Standorte hält sie für einfacher, weil die Gemeinden dort seit Jahren die Vorteile sähen. Nach ihren Angaben prüfen alle großen Cloud-Anbieter Standorte außerhalb der USA, auch Meta. Betroffen sind laufende Projekte wie Hyperion in Louisiana, Prometheus in Ohio und ein gemeinsamer Standort mit BlackRock in Texas, dessen künftiger Gouverneur ebenso wie der in Ohio einen bedingten Baustopp für neue Rechenzentren gefordert hat. Meta plant in diesem Jahr Investitionen von bis zu 145 Milliarden Dollar. → Quartz
Synthszr Take: Die Pipeline-Branche kennt dieses Muster längst: Lokaler Widerstand muss Projekte gar nicht verbieten, Verzögerung reicht. Bei Rechenzentren läuft dasselbe Spiel, nur liegen schon 260 Milliarden Dollar abgesagter Vorhaben auf dem Tisch. Daraus folgt eine neue Knappheit: Genehmigte Standorte mit Netzanschluss und gewöhnter Gemeinde werden zur knappsten Ressource, wertvoller als der nächste Chip-Deal. Meta hat davon einige, Neoclouds ohne Bestand müssen ins Ausland ausweichen oder warten.
Musks 450-Millionen-Wette auf die Republikaner scheitert, Tesla und SpaceX drohen Prüfungen
Elon Musk hat laut Los Angeles Times rund 450 Millionen Dollar in republikanische Kandidaten gesteckt und steht nach dem Erdrutschsieg der Demokraten bei den Midterms auf der Verliererseite. Ein großer Teil des Geldes floss nach Texas, wo SpaceX und Tesla ihren Hauptsitz haben. Dort verlor Gouverneur Greg Abbott gegen die Demokratin Gina Hinojosa. Abbott hatte den Bau neuer Rechenzentren bereits pausiert, nach Einschätzung der Zeitung könnten unter Hinojosa strengere Auflagen folgen. Betroffen wäre vor allem das Rechenzentrumsgeschäft, das SpaceX nach der Übernahme von xAI im dritten Quartal 7,6 Milliarden Dollar Umsatz brachte. → Los Angeles Times
Synthszr Take: Ein Rechenzentrum braucht Strom, Wasser und eine Genehmigung, über die Letzte entscheidet in Texas ab jetzt Gina Hinojosa. Musk hat 450 Millionen Dollar auf ihren Gegner gesetzt und damit genau die Landespolitik verprellt, an der sein neues Kerngeschäft hängt. Die 7,6 Milliarden Dollar Quartalsumsatz aus Rechenzentren wachsen nur mit neuen Hallen. Eine Chipfabrik wie Terafab nimmt jeder Gouverneur gern, für die Hallen daneben zahlt Musk künftig mit Auflagen und Wartezeit.

