Equity

Equity

Equity bezeichnet den Eigentumsanteil an einem Unternehmen – also den Teil, der einem selbst gehört und nicht auf Schulden beruht. Wer Equity hält, besitzt ein Stück der Firma und profitiert, wenn ihr Wert steigt.

Equity ist das englische Wort für Eigenkapital. Gemeint ist der Anteil an einer Firma, der wirklich den Eigentümern gehört. Man rechnet ihn einfach aus: alles, was die Firma besitzt, minus alles, was sie schuldet. Wer eine Wohnung für 300.000 Euro kauft und davon 200.000 Euro als Kredit aufnimmt, hat 100.000 Euro Equity darin. Bei Unternehmen funktioniert es genauso, nur dass der Besitz oft in kleine Stücke aufgeteilt ist. Diese Stücke heißen bei börsennotierten Firmen Aktien.

Warum Gründer lieber Anteile abgeben als Kredite aufnehmen

Ein junges Technologieunternehmen hat am Anfang meist keine Einnahmen, aber hohe Kosten. Eine Bank würde ihm kaum Geld leihen, denn ein Kredit muss mit Zinsen zurückgezahlt werden. Genau das kann eine Firma ohne Umsatz nicht leisten. Also verkaufen die Gründer stattdessen Anteile an Investoren. Diese bekommen kein Geld zurück, sondern ein Stück der Firma.

Für die Investoren ist das ein Wettgeschäft. Geht die Firma pleite, ist ihr Einsatz weg. Wird sie groß, kann sich der Anteil vervielfachen. Frühe Geldgeber von Firmen wie OpenAI oder Nvidia haben auf diese Weise ein Vielfaches ihres Einsatzes verdient. Diese Aussicht auf große Gewinne ist der Grund, warum Investoren das hohe Risiko überhaupt eingehen.

Equity ist außerdem ein Bezahlmittel. Start-ups können erfahrenen Entwicklern kein Google-Gehalt zahlen. Sie bieten stattdessen Anteile an, die später viel wert sein könnten. Wenn in Nachrichten steht, ein Mitarbeiter sei durch einen Börsengang reich geworden, steckt fast immer Equity dahinter.

Wie sich der Kuchen bei jeder Finanzierungsrunde neu aufteilt

Am Anfang gehört eine Firma oft zu hundert Prozent ihren Gründern. Braucht sie Geld, gibt sie neue Anteile aus und verkauft sie an Investoren. Dadurch wächst die Gesamtzahl der Anteile. Der prozentuale Besitz aller bisherigen Eigentümer schrumpft. Diesen Effekt nennt man Verwässerung.

Das klingt schlimmer, als es ist. Zwar sinkt der Prozentsatz, aber die Firma ist mit dem frischen Geld mehr wert. Zehn Prozent an einem Unternehmen im Wert von einer Milliarde sind deutlich mehr als hundert Prozent an einer Firma ohne Kapital. Gründer akzeptieren die Verwässerung deshalb bewusst.

Wichtig ist die Abgrenzung zum Fremdkapital. Ein Kreditgeber bekommt feste Zinsen und wird bei einer Pleite zuerst bedient. Equity-Inhaber stehen ganz hinten in der Reihe. Sie bekommen erst etwas, wenn alle Schulden bezahlt sind. Dafür ist ihr Gewinn nach oben nicht begrenzt. Häufig sind Anteile von Mitarbeitern an Fristen gebunden: Wer vor Ablauf von vier Jahren geht, verliert einen Teil davon.

Equity in Schlagzeilen über KI-Firmen

In Wirtschaftsnachrichten taucht der Begriff ständig auf. Wenn Microsoft Milliarden in OpenAI investiert, geht es um Equity: Geld gegen Anteile und damit gegen Mitsprache. Auch Formulierungen wie „Investor sichert sich 20 Prozent“ beschreiben nichts anderes als einen Equity-Anteil.

Ein verwandter Begriff ist Private Equity. Damit sind Anteile an Firmen gemeint, die nicht an der Börse gehandelt werden. Man kann sie also nicht einfach über eine App kaufen. Der Gegenpol ist Public Equity, also Aktien börsennotierter Unternehmen. Für Angestellte relevant sind Stock Options, ein Recht, später Anteile zu einem festen Preis zu kaufen.

Ein häufiger Irrtum: Equity auf dem Papier ist noch kein Geld. Solange die Firma nicht an der Börse ist oder verkauft wird, lassen sich die Anteile kaum zu Bargeld machen. Viele Start-up-Mitarbeiter halten Papiere im theoretischen Wert von hunderttausenden Euro und leben trotzdem sparsam. Erst ein Börsengang oder eine Übernahme macht aus dem Anteil echtes Geld.

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