Digital Markets Act

Digital Markets Act

Der Digital Markets Act (DMA) ist ein EU-Gesetz, das besonders mächtigen Internetkonzernen feste Regeln vorschreibt. Es soll verhindern, dass sie ihre Größe ausnutzen, um kleinere Anbieter aus dem Markt zu drängen.

Der Digital Markets Act ist ein Gesetz der Europäischen Union. Auf Deutsch heißt es Gesetz über digitale Märkte, abgekürzt DMA. Es richtet sich an eine kleine Gruppe sehr großer Internetkonzerne, zum Beispiel Apple, Google, Amazon, Meta und Microsoft. Diese Unternehmen kontrollieren Zugänge, durch die fast jeder muss: App-Stores, Suchmaschinen, soziale Netzwerke, Betriebssysteme. Die EU nennt sie deshalb Gatekeeper, also Torwächter. Der DMA schreibt diesen Torwächtern vor, was sie tun müssen und was sie nicht mehr dürfen. Er gilt seit 2023 und wird seit 2024 voll angewendet.

Warum die EU Torwächter reguliert

Normales Wettbewerbsrecht greift erst, wenn ein Schaden schon entstanden ist. Behörden müssen dann jahrelang nachweisen, dass ein Konzern seine Macht missbraucht hat. In der Zwischenzeit ist der kleinere Konkurrent oft längst pleite. Der DMA dreht das um: Er verbietet bestimmte Verhaltensweisen von vornherein, ohne Einzelfallprüfung.

Der Hintergrund ist ein Effekt, den Ökonomen Netzwerkeffekt nennen. Ein soziales Netzwerk ist für dich nur attraktiv, wenn deine Freunde schon dort sind. Ein App-Store lohnt sich für Entwickler nur, wenn dort viele Nutzer einkaufen. Wer einmal groß ist, wird dadurch fast automatisch noch größer. Neue Anbieter haben es entsprechend schwer, egal wie gut ihr Produkt ist.

Für die EU geht es dabei auch um Unabhängigkeit. Fast alle großen Plattformen kommen aus den USA oder China. Der DMA soll europäischen Firmen faire Chancen verschaffen. Ob das gelingt, ist unter Fachleuten umstritten.

Welche Pflichten und Verbote gelten

Ein Unternehmen wird zum Gatekeeper erklärt, wenn es bestimmte Schwellen überschreitet. Dazu zählen ein Jahresumsatz in Europa von mindestens 7,5 Milliarden Euro und mindestens 45 Millionen monatliche Nutzer in der EU. Die EU-Kommission prüft das und benennt die Konzerne offiziell. Benannt sind derzeit unter anderem Alphabet, Amazon, Apple, ByteDance, Meta, Microsoft und Booking.

Für sie gelten dann konkrete Regeln. Sie dürfen eigene Produkte in ihren Ergebnislisten nicht bevorzugen. Sie müssen erlauben, dass Nutzer Apps auch außerhalb des hauseigenen Stores installieren. Messenger sollen sich auf Anfrage für andere Messenger öffnen. Daten aus verschiedenen Diensten dürfen nicht ohne ausdrückliche Zustimmung zusammengeführt werden. Und vorinstallierte Apps müssen sich löschen lassen.

Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Jahresumsatzes. Bei Wiederholung sind es bis zu zwanzig Prozent. Bei einem Konzern wie Apple entspricht das zweistelligen Milliardenbeträgen. Ein häufiger Irrtum: Der DMA regelt nicht, welche Inhalte online stehen dürfen. Dafür ist ein anderes Gesetz zuständig, der Digital Services Act.

Was sich auf deinem Handy verändert hat

Die sichtbarste Folge steckt im iPhone. Apple musste in der EU zulassen, dass Apps über fremde Stores installiert werden. Außerdem erschien beim Einrichten ein Auswahlbildschirm für den Standardbrowser. Auch die Google-Suche sieht in Europa anders aus als in den USA, weil eigene Dienste wie Google Flights nicht mehr bevorzugt oben stehen dürfen.

In den Wirtschaftsnachrichten taucht der DMA meist bei Streitfällen auf. 2024 leitete die Kommission Verfahren gegen Apple, Alphabet und Meta ein. 2025 folgten erste Bußgelder in dreistelliger Millionenhöhe. Die Konzerne wehren sich vor Gericht und argumentieren, die Regeln gefährdeten Sicherheit und Datenschutz.

Auch für KI wird der DMA zunehmend relevant. Die Frage lautet, ob ein Chatbot, der fest im Betriebssystem steckt, andere Assistenten verdrängt. Verwechsle den DMA dabei nicht mit dem AI Act. Der AI Act regelt, wie KI-Systeme selbst gebaut und eingesetzt werden dürfen. Der DMA regelt dagegen die Marktmacht der Unternehmen, die solche Systeme anbieten.

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