Developer Relations

Developer Relations

Developer Relations, kurz DevRel, ist die Arbeit eines Unternehmens mit den Programmiererinnen und Programmierern, die seine Technik benutzen. Ziel ist es, dass diese Fachleute das Produkt verstehen, gern einsetzen und ihre Erfahrungen zurückmelden.

Manche Firmen verkaufen ihre Produkte nicht an normale Kundinnen und Kunden, sondern an Menschen, die Software bauen. Diese Menschen nennt man Entwickler. Sie entscheiden im Arbeitsalltag, welche fremde Technik sie in ihre eigenen Programme einbauen. Developer Relations ist der Bereich einer Firma, der sich genau um diese Gruppe kümmert. Dazu gehören Anleitungen, Beispielcode, Vorträge, Foren und persönlicher Kontakt. Die Abkürzung dafür lautet DevRel.

Warum Entwickler über Technik entscheiden

Bei vielen technischen Produkten kauft nicht die Chefin ein, sondern das Team entscheidet faktisch mit. Ein Entwickler probiert an einem Nachmittag drei Anbieter aus. Der Anbieter, bei dem er nach zwanzig Minuten ein funktionierendes Ergebnis hat, gewinnt. Klassische Werbung erreicht diese Gruppe kaum, denn sie prüft lieber selbst nach.

Bei KI-Firmen ist das besonders deutlich sichtbar. OpenAI, Anthropic, Google und Mistral bieten ihre Modelle über eine Schnittstelle an. Eine Schnittstelle, englisch API, ist eine feste Anschlussstelle, über die ein fremdes Programm eine Anfrage schickt und eine Antwort zurückbekommt. Wer eine App mit KI-Funktion baut, wählt einen dieser Anbieter aus. Diese Wahl trifft in der Regel das Entwicklungsteam.

Deshalb ist DevRel wirtschaftlich wichtig. Ein einzelner überzeugter Entwickler kann sein Unternehmen zu Ausgaben in Millionenhöhe führen. Umgekehrt gilt: Wer nach einer Stunde frustriert aufgibt, kommt oft nie wieder. Schlechte Dokumentation kostet einen Anbieter also echtes Geld.

Womit ein DevRel-Team seinen Tag verbringt

Ein großer Teil der Arbeit ist Dokumentation. Damit ist die schriftliche Beschreibung gemeint, wie ein Produkt zu benutzen ist. Dazu kommen Schnellstart-Anleitungen und fertige Beispielprojekte zum Herunterladen. Solche Beispiele sind oft wirksamer als jeder Text, weil man sie sofort ausprobieren kann.

Der zweite Teil ist Öffentlichkeitsarbeit in der Fachszene. DevRel-Leute halten Vorträge auf Konferenzen, veröffentlichen Videos und schreiben technische Blogbeiträge. Sie beantworten Fragen auf Plattformen wie GitHub, Discord oder Stack Overflow. Der Ton dort ist nüchtern und sachlich, denn Werbesprache wird in diesen Foren schnell abgestraft.

Der dritte Teil läuft in die andere Richtung. DevRel sammelt Beschwerden und Wünsche aus der Community und trägt sie ins eigene Unternehmen. Wenn hundert Leute dieselbe Fehlermeldung nicht verstehen, ist das ein Auftrag an das Produktteam. Ein häufiger Irrtum ist, DevRel sei einfach Marketing mit Fachwörtern. Tatsächlich sitzen dort meist Menschen, die selbst programmieren können, und ein Teil ihrer Arbeit ist Kritik am eigenen Produkt.

Wo DevRel sichtbar wird

Man begegnet dem Ergebnis dieser Arbeit ständig, ohne den Begriff zu kennen. Jede Startseite mit dem Titel „Quickstart“ und zehn Zeilen Beispielcode stammt aus einem DevRel-Team. Auch die Cookbooks der KI-Anbieter gehören dazu, also Sammlungen fertiger Rezepte für typische Aufgaben. Wenn eine neue Modellversion erscheint, liegt oft am selben Tag ein Tutorial dazu bereit.

In Stellenanzeigen tauchen die Titel Developer Advocate oder Developer Evangelist auf. Beide meinen im Kern dieselbe Aufgabe. Der ältere Begriff Evangelist wird heute seltener benutzt, weil er zu missionarisch klingt. In Wirtschaftsmeldungen liest man dagegen von Zahlen: wie viele Entwickler eine Plattform nutzen und wie stark diese Zahl wächst.

Wichtig ist die Abgrenzung zum Support. Support löst ein konkretes Problem eines zahlenden Kunden, meist im geschlossenen Ticketsystem. DevRel arbeitet öffentlich und vorbeugend, damit das Problem gar nicht erst auftritt. Beide Bereiche greifen ineinander, verfolgen aber unterschiedliche Ziele.

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