Virtual Reality

Virtual Reality

Virtual Reality ist eine vom Computer erzeugte Umgebung, die man über eine Brille mit zwei Bildschirmen räumlich erlebt. Bewegt man den Kopf, verändert sich das Bild passend dazu – der Eindruck, wirklich an einem anderen Ort zu sein, entsteht dadurch.

Virtual Reality bedeutet auf Deutsch etwa „virtuelle Realität“. Gemeint ist eine Umgebung, die ein Computer vollständig berechnet und die man nicht auf einem Fernseher sieht, sondern um sich herum. Dafür setzt man eine Brille auf, die direkt vor den Augen zwei kleine Bildschirme hat. Dreht man den Kopf nach links, dreht sich auch die gezeigte Welt mit – so, als würde man sich wirklich umsehen. Das Gehirn nimmt diese Umgebung dann für kurze Zeit als echten Raum wahr, obwohl sie nur aus Rechenergebnissen besteht. Genau dieses Gefühl, mitten drin zu stecken, unterscheidet Virtual Reality von einem normalen Videospiel oder einem Film.

Vom Spielzeug zur Arbeitsumgebung

Lange galt VR vor allem als teures Spielzeug für Videospiele. Inzwischen wird die Technik dort eingesetzt, wo Üben in der echten Welt gefährlich, teuer oder unmöglich ist. Piloten trainieren Notfälle in Simulatoren, ohne dass ein Flugzeug abstürzen kann. Medizinstudenten üben Operationsschritte, bevor sie an echten Patienten arbeiten. Auch Feuerwehrleute und Industriearbeiter proben so Abläufe, die im Ernstfall keine Fehler verzeihen.

Wirtschaftlich ist VR interessant, weil sich große Konzerne einen neuen Markt erhoffen. Meta, Apple, Sony und Valve investieren jährlich Milliardenbeträge in Brillen und Software. Bisher ist der Erfolg gemischt: Die Geräte kosten oft mehrere hundert bis mehrere tausend Euro, und viele Käufer legen sie nach einigen Wochen beiseite. In Börsenberichten taucht VR deshalb regelmäßig als Beispiel für eine Technologie auf, deren Durchbruch immer wieder verschoben wird.

Ein zweiter Grund für die Aufmerksamkeit ist die Nähe zur künstlichen Intelligenz. Virtuelle Welten von Hand zu bauen ist teuer, weil jedes Objekt einzeln modelliert werden muss. KI-Systeme können solche Räume, Figuren und Stimmen inzwischen teilweise selbst erzeugen. Erst dadurch wird es realistisch, dass VR-Inhalte in großer Menge entstehen.

Zwei Bilder, sechzig Mal pro Sekunde

Der räumliche Eindruck entsteht durch einen einfachen Trick. Die Brille zeigt jedem Auge ein leicht verschobenes Bild derselben Szene, genau wie unsere beiden Augen in der Wirklichkeit. Das Gehirn rechnet diese zwei Ansichten zu einem dreidimensionalen Bild zusammen. So wirkt ein Gegenstand mal nah, mal weit entfernt, obwohl beide Bilder flach sind.

Der zweite Baustein ist das sogenannte Tracking, also die ständige Messung der Kopfposition. Sensoren und Kameras in der Brille erfassen, wohin man schaut und wohin man sich bewegt. Der Computer berechnet daraufhin die Szene aus der neuen Blickrichtung neu. Damit das überzeugt, muss das Bild mindestens etwa 90 Mal pro Sekunde aktualisiert werden. Dauert es länger, hinkt die Anzeige der Bewegung hinterher, und vielen Nutzern wird übel – ähnlich wie bei Seekrankheit.

Wichtig ist die Abgrenzung zu Augmented Reality, kurz AR. Dort bleibt die echte Umgebung sichtbar, und der Computer blendet nur zusätzliche Informationen ein, etwa einen Pfeil auf dem Gehweg. Virtual Reality ersetzt dagegen die gesamte Sicht. Mischformen, bei denen Kameras die echte Umgebung in die Brille übertragen, laufen unter dem Sammelbegriff Mixed Reality.

VR im Wohnzimmer, im Museum und im Betrieb

Am häufigsten trifft man VR heute bei Videospielen. Beliebte Titel lassen Spieler Bälle schlagen, klettern oder in einer Raumstation herumschweben. Daneben nutzen Museen die Technik für Rundgänge durch zerstörte Gebäude oder alte Städte. Auch virtuelle Konzerte und Sportübertragungen aus der Perspektive des Spielfelds gibt es bereits.

In Unternehmen findet VR vor allem in der Ausbildung und Planung Verwendung. Autohersteller betrachten neue Modelle in Originalgröße, bevor ein einziges Blechteil gefertigt wurde. Logistikfirmen schulen Mitarbeiter in einem Lager, das noch gar nicht gebaut ist. Solche Anwendungen sind unspektakulär, aber wirtschaftlich der stabilere Teil des Marktes.

In den Nachrichten begegnet der Begriff oft im Zusammenhang mit dem „Metaverse“, also der Idee dauerhaft bewohnter virtueller Welten. Ein verbreiteter Irrtum ist, beide Wörter gleichzusetzen. Virtual Reality ist nur eine Technik zur Darstellung, das Metaverse dagegen eine Vision davon, wie Menschen diese Welten nutzen sollen. Ob sich diese Vision durchsetzt, ist offen – die Brillen selbst funktionieren unabhängig davon.

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