
HTTP-Port
Ein HTTP-Port ist die Nummer, unter der ein Computer im Netz Anfragen von Webbrowsern entgegennimmt. Üblich sind Port 80 für unverschlüsselte und Port 443 für verschlüsselte Webseiten.
Jeder Computer im Internet hat eine Adresse, ähnlich einer Hausnummer. Diese Adresse allein reicht aber nicht aus. Auf einem einzigen Rechner laufen oft mehrere Programme, die gleichzeitig Daten aus dem Netz empfangen wollen. Damit ankommende Daten beim richtigen Programm landen, gibt es zusätzlich zur Adresse eine Nummer: den Port. Der HTTP-Port ist genau die Nummer, an der ein Rechner auf Anfragen von Webbrowsern wartet. Wenn die Adresse das Haus ist, dann ist der Port die Wohnungsnummer darin.
Warum 80 und 443 fast überall gelten
Ports funktionieren nur, wenn sich alle auf dieselben Nummern einigen. Deshalb wurden bestimmte Nummern fest vergeben. Die 80 gehört zu HTTP, also dem normalen, unverschlüsselten Abruf von Webseiten. Die 443 gehört zu HTTPS, der verschlüsselten Variante. Fast der gesamte Datenverkehr im Web läuft heute über die 443.
Diese Einigung erspart dir jeden Tag Tipparbeit. Wenn du eine Internetadresse eingibst, ergänzt dein Browser die Portnummer stillschweigend. Nur bei ungewöhnlichen Nummern musst du sie selbst angeben, getrennt durch einen Doppelpunkt. Adressen mit einer angehängten 8080 sind ein typisches Beispiel dafür.
Für Firmen ist die Festlegung ebenfalls praktisch. Schutzsysteme in Netzwerken entscheiden anhand der Portnummer, welcher Verkehr durchgelassen wird. In vielen Schul- und Firmennetzen sind nur wenige Ports offen, darunter fast immer 80 und 443. Genau deshalb verstecken manche Programme ihren Datenverkehr bewusst hinter dem HTTP-Port.
Der Weg einer Browseranfrage
Auf dem Webserver läuft ein Programm, das dauerhaft an einer Portnummer horcht. Fachleute sagen dazu, das Programm lauscht auf Port 443. Kommt eine Anfrage mit dieser Nummer an, reicht das Betriebssystem sie an genau dieses Programm weiter. Das Programm sucht die passende Seite heraus und schickt sie zurück.
Die Rückrichtung nutzt einen anderen Port. Dein Gerät vergibt für jede Verbindung eine zufällige, hohe Nummer, oft über 40000. So weiß dein Computer später, zu welchem Browsertab eine ankommende Antwort gehört. Eine Verbindung besteht also immer aus vier Angaben: zwei Adressen und zwei Ports.
Ein häufiger Irrtum ist, der Port würde Daten verschlüsseln. Das stimmt nicht. Die Verschlüsselung leistet ein eigenes Verfahren namens TLS, das die Inhalte unlesbar macht. Port 443 ist lediglich die Nummer, unter der man diese verschlüsselte Verbindung erwartet. Technisch könnte man verschlüsselte Seiten auch über jede andere Nummer ausliefern.
Ports auf dem eigenen Rechner und in Störungsmeldungen
Am deutlichsten begegnen dir HTTP-Ports beim Programmieren. Wer eine Webseite lokal entwickelt, startet meist einen kleinen Testserver. Der läuft üblicherweise auf Port 3000, 5000 oder 8080, weil die 80 auf vielen Systemen besondere Rechte verlangt. Im Browser tippt man dann die Adresse des eigenen Rechners samt Portnummer ein.
Auch Fehlermeldungen erwähnen Ports oft. Die Meldung, ein Port sei bereits belegt, bedeutet schlicht: ein anderes Programm horcht schon auf dieser Nummer. Zwei Programme können sich denselben Port nicht teilen. Meist hilft es, das alte Programm zu beenden oder eine andere Nummer zu wählen.
In Nachrichten über Sicherheitslücken tauchen Ports ebenfalls auf. Angreifer durchsuchen das Internet systematisch nach offenen Ports, um verwundbare Dienste zu finden. Ein Server sollte deshalb nur die Ports offen halten, die er wirklich braucht. Bei einer reinen Webseite sind das genau zwei.