
Homescreen
Der Homescreen ist die Startseite eines Smartphones oder Tablets: die Fläche mit den Symbolen der Apps, die man nach dem Entsperren sieht. Weil fast jede Nutzung dort beginnt, ist dieser Platz für Technikkonzerne wirtschaftlich hart umkämpft.
Wenn du dein Smartphone entsperrst, siehst du eine Fläche mit vielen kleinen Symbolen. Jedes Symbol steht für ein Programm, das du antippen kannst. Diese Startseite nennt man Homescreen, auf Deutsch Startbildschirm. Sie ist der Ausgangspunkt für fast alles, was man mit dem Gerät macht. Neben den Symbolen liegen dort oft eine Suchleiste, eine Uhr oder eine Wetteranzeige. Am unteren Rand befindet sich meist eine feste Leiste mit den wichtigsten Programmen, die auf jeder Seite sichtbar bleibt.
Der teuerste Platz auf dem Telefon
Der Homescreen entscheidet, welche Programme überhaupt benutzt werden. Was dort in der ersten Reihe liegt, tippt man täglich an. Was erst nach zweimal Wischen erscheint, gerät in Vergessenheit. Aufmerksamkeit ist für Technikunternehmen die wichtigste Währung, deshalb ist dieser Platz umkämpft.
Google zahlt Apple seit Jahren sehr viel Geld dafür, dass Google die voreingestellte Suchmaschine auf iPhones ist. In Gerichtsverfahren in den USA war von rund 20 Milliarden Dollar pro Jahr die Rede. Es geht dabei genau um solche Voreinstellungen auf dem Startbildschirm. Wer dort steht, gewinnt Nutzer ohne Werbung.
Auch Handyhersteller nutzen diesen Hebel. Viele Geräte kommen mit vorinstallierten Programmen, die niemand bestellt hat. Dafür kassieren die Hersteller Geld von den Anbietern. Die Europäische Union hat deshalb Regeln erlassen, die Nutzern erlauben, Voreinstellungen leichter zu ändern.
Symbole, Kacheln und das Betriebssystem darunter
Der Homescreen ist kein eigenes Programm, sondern Teil des Betriebssystems. Das Betriebssystem ist die Grundsoftware, die alle anderen Programme verwaltet. Bei Apple heißt sie iOS, bei den meisten anderen Geräten Android. Diese Grundsoftware zeichnet die Symbole, merkt sich ihre Reihenfolge und startet das passende Programm beim Antippen.
Neben einfachen Symbolen gibt es größere Kacheln, sogenannte Widgets. Ein Widget zeigt Inhalte direkt an, ohne dass man das Programm öffnet: die nächsten Termine, den Akkustand der Kopfhörer, den Kurs einer Aktie. Es aktualisiert sich im Hintergrund in festen Abständen. Das kostet Strom, weshalb die Systeme diese Aktualisierungen streng begrenzen.
Android und iOS gehen unterschiedlich vor. Android erlaubt einen sogenannten Launcher, also ein austauschbares Programm, das den ganzen Startbildschirm ersetzt. Man kann Gitter, Gesten und Symbolformen frei umbauen. Apple lässt nur begrenzte Anpassungen zu und behält die Gestaltung selbst in der Hand.
Wenn KI-Assistenten die Symbole ersetzen wollen
Im Alltag begegnet dir der Homescreen hundertmal am Tag, ohne dass du darüber nachdenkst. Bewusst wird er meist erst bei einem neuen Gerät. Dann ordnet man Symbole neu, löscht ungenutzte Programme und legt Ordner an. Diese Anordnung verrät ziemlich genau, wofür jemand sein Telefon wirklich benutzt.
In Technik-News taucht der Begriff derzeit vor allem im Zusammenhang mit KI auf. Mehrere Unternehmen arbeiten an Assistenten, die Aufgaben in mehreren Programmen selbst erledigen. Statt drei Symbole anzutippen, sagt man einen Satz. Manche Beobachter sprechen deshalb vom Ende des klassischen Startbildschirms.
Ein häufiger Irrtum ist, den Homescreen mit dem Sperrbildschirm zu verwechseln. Der Sperrbildschirm liegt davor und zeigt Uhrzeit und Mitteilungen, solange das Gerät verriegelt ist. Der Homescreen kommt erst nach dem Entsperren. Ebenfalls verschieden ist die App-Übersicht bei Android, die schlicht alle installierten Programme alphabetisch auflistet.