
Vera Rubin
Vera Rubin ist der Name einer kommenden Rechner-Generation der Firma Nvidia, die ab 2026 für das Training und den Betrieb großer KI-Systeme gebaut wird. Sie folgt auf die Generation Blackwell und kombiniert einen neuen Hauptprozessor namens Vera mit neuen Grafikchips namens Rubin.
Vera Rubin ist der Name einer neuen Rechner-Generation des US-Konzerns Nvidia. Nvidia baut die Spezialchips, mit denen fast alle großen KI-Systeme rechnen. Solche Chips heißen GPUs, weil sie ursprünglich für Grafik in Computerspielen gedacht waren. Sie rechnen sehr viele einfache Aufgaben gleichzeitig, und genau das braucht KI. Nvidia gibt jeder Chip-Generation einen Namen aus der Wissenschaftsgeschichte. Vera Rubin war eine US-Astronomin, deren Messungen an Galaxien in den 1970er-Jahren zeigten, dass es dunkle Materie geben muss.
Warum eine Chip-Generation Börsenkurse bewegt
Nvidia beherrscht den Markt für KI-Chips fast allein. Der Konzern ist deshalb eines der wertvollsten Unternehmen der Welt geworden. Wenn Nvidia eine neue Generation ankündigt, geht es um Aufträge im Wert vieler Milliarden Dollar. Firmen wie Microsoft, Amazon, Google und OpenAI planen ihre Rechenzentren Jahre im Voraus. Sie müssen früh wissen, was die nächste Generation kann.
Nvidia hat sich einen festen Takt gegeben: etwa jedes Jahr eine neue Plattform. Auf Hopper folgte Blackwell, auf Blackwell folgt Vera Rubin. Für 2027 ist bereits eine erweiterte Version angekündigt. Dieser schnelle Rhythmus setzt Konkurrenten wie AMD unter Druck. Er setzt aber auch die Kunden unter Druck, denn wer eine Generation überspringt, rechnet teurer als die Konkurrenz.
Für Anleger ist Vera Rubin außerdem ein Signal, wie lange der KI-Bauboom noch trägt. Ein Rechenzentrum voller Chips kostet Milliarden und muss sich über Jahre rechnen. Zweifel daran lassen die Aktien der ganzen Branche schwanken, von Chipherstellern bis zu Stromversorgern.
Zwei Namen, zwei Bauteile
Der Name besteht aus zwei Teilen, weil zwei Chips gemeint sind. Vera ist ein Hauptprozessor, also der Chip, der den Ablauf steuert und Daten heranschafft. Rubin sind die eigentlichen Rechenchips für die KI-Berechnungen. Beide sitzen zusammen auf einer Platine und sind mit sehr schnellen Leitungen verbunden. Diese kurze Distanz ist wichtig, denn Wartezeit beim Datentransport ist bei KI oft das größere Problem als reine Rechenleistung.
Ein Rubin-Chip besteht aus mehreren kleineren Siliziumstücken, die nebeneinander verbaut werden. Daneben liegt besonders schneller Speicher, genannt HBM, der direkt am Chip klebt. Nvidia verspricht für Vera Rubin ein Mehrfaches der Leistung von Blackwell bei ähnlichem Stromverbrauch pro Rechenschritt. Solche Zahlen stammen vom Hersteller selbst und sind mit Vorsicht zu lesen.
Einzeln verkauft werden diese Chips kaum. Nvidia liefert ganze Schränke, in denen dutzende Chips wie ein einziger großer Rechner zusammenarbeiten. Dazu gehören Netzwerktechnik, Kühlung mit Wasser statt Luft und die Software. Ein einzelner Schrank braucht so viel Strom wie mehrere hundert Haushalte.
Vom Rechenzentrum bis zur Handy-App
Direkt kaufen wird ein Privatmensch Vera Rubin nicht. Diese Systeme stehen in Rechenzentren von Cloud-Anbietern, die Rechenzeit stundenweise vermieten. Wer einen Chatbot nutzt oder ein Bild generieren lässt, benutzt solche Hardware indirekt. Jede Antwort wird auf Chips dieser Art berechnet, meist tausende Kilometer entfernt.
In Nachrichten taucht der Name vor allem rund um Nvidias Quartalszahlen und die Hausmesse GTC auf. Dort werden Termine, Leistungsdaten und Kundennamen genannt. Oft steht dabei auch, wie viele Aufträge schon vergeben sind, bevor der erste Chip ausgeliefert wurde.
Ein häufiger Irrtum: Vera Rubin ist kein KI-Modell. Ein Modell wie GPT ist Software, Vera Rubin ist die Hardware darunter. Und der Name gehört heute doppelt belegt: Auch ein neues Großteleskop in Chile heißt Vera C. Rubin Observatory. Beide sind nach derselben Astronomin benannt, haben aber nichts miteinander zu tun.