
RGBA-Format
Das RGBA-Format beschreibt eine Farbe am Bildschirm durch vier Zahlen: die Anteile von Rot, Grün und Blau sowie einen Wert für die Durchsichtigkeit. Es ist die übliche Art, wie Grafikprogramme, Webseiten und Spiele Farben mit transparenten Stellen speichern.
Jeder Bildpunkt auf einem Bildschirm entsteht aus drei winzigen Leuchtflächen in Rot, Grün und Blau. Aus der Mischung dieser drei Lichtfarben lässt sich praktisch jede sichtbare Farbe erzeugen. Das RGBA-Format legt für einen Bildpunkt genau fest, wie stark jede der drei Farben leuchten soll. Dazu kommt ein vierter Wert, das A. Er steht für die Deckkraft: Er sagt, ob der Punkt vollständig sichtbar ist, halb durchsichtig oder gar nicht zu sehen. Die vier Buchstaben stehen also für Rot, Grün, Blau und den englischen Begriff Alpha für diese Durchsichtigkeit.
Warum Transparenz ein eigener Wert sein muss
Ohne den vierten Wert wäre jedes Bild ein voller Rechteckblock. Ein Firmenlogo hätte immer einen weißen Kasten um sich herum. Genau das sieht man manchmal noch bei alten Bilddateien im JPEG-Format, das keine Transparenz kennt. Mit einem Deckkraftwert dagegen kann ein Bild eine beliebige Außenform haben, weil die Ecken einfach unsichtbar gesetzt werden.
Der zweite große Nutzen ist das Übereinanderlegen von Ebenen. Eine Wetter-App zeigt eine Regenkarte halb durchsichtig über einer Straßenkarte. Ein Spiel legt Rauch, Glas oder Schatten über die Szene dahinter. In allen diesen Fällen muss das Programm wissen, wie viel vom Hintergrund noch durchscheinen soll. Diese Information steckt im Alphawert.
Ein häufiger Irrtum: Transparenz bedeutet nicht automatisch weiß. Ein durchsichtiger Bildpunkt hat trotzdem noch eine gespeicherte Farbe, sie wird nur nicht oder nur teilweise angezeigt. Wer ein Bild mit Transparenz in ein Format ohne Alphakanal umwandelt, bekommt deshalb oft überraschende Ränder oder schwarze Flächen.
Vier Zahlen pro Bildpunkt
Im häufigsten Fall bekommt jeder der vier Werte acht Bit Speicherplatz. Damit sind 256 Abstufungen möglich, also Zahlen von 0 bis 255. Rot 255, Grün 0, Blau 0 ergibt ein kräftiges Rot. Alle drei auf 255 ergibt Weiß, alle drei auf 0 ergibt Schwarz. Aus den Kombinationen entstehen rund 16,7 Millionen Farben, mehr als das Auge unterscheiden kann.
Der Alphawert läuft auf derselben Skala. 255 heißt vollständig deckend, 0 heißt komplett unsichtbar, 128 heißt ungefähr halb durchsichtig. Im Web schreibt man denselben Wert oft als Kommazahl zwischen 0 und 1, etwa rgba(255, 0, 0, 0.5) für halbdurchsichtiges Rot. Gemeint ist in beiden Schreibweisen dasselbe.
Beim Anzeigen rechnet das Programm die Ebenen zusammen. Liegt ein zu 30 Prozent deckender roter Punkt über einem weißen Hintergrund, entsteht ein helles Rosa. Dieses Verrechnen heißt Alpha Blending. Wichtig für die Praxis: Vier Werte mal acht Bit ergeben 32 Bit, also vier Byte pro Bildpunkt. Ein Bild mit einer Million Bildpunkten belegt unkomprimiert rund vier Megabyte. Deshalb werden solche Bilder fast immer komprimiert gespeichert.
Wo RGBA in Dateien und Code auftaucht
Am bekanntesten ist das PNG-Format, das Transparenz unterstützt und deshalb für Logos, Symbole und Screenshots üblich ist. Auch das neuere WebP-Format arbeitet mit einem Alphakanal. Wer in einem Grafikprogramm wie Photoshop oder dem kostenlosen GIMP eine Ebene halb durchsichtig stellt, verändert genau diesen vierten Wert.
In der Programmierung begegnet einem RGBA vor allem im Web. In CSS, der Sprache für das Aussehen von Webseiten, setzt man mit rgba() farbige Flächen, die den Inhalt darunter durchscheinen lassen. Spiele-Engines und 3D-Programme nutzen dasselbe Prinzip für Glas, Wasser und Nebel.
Auch bei KI-Bildgeneratoren spielt das Format eine Rolle. Werkzeuge, die Hintergründe automatisch entfernen, liefern ihr Ergebnis als Bild mit Alphakanal aus. Das freigestellte Motiv bleibt sichtbar, der Rest wird auf durchsichtig gesetzt. Zur Abgrenzung: RGB ohne A ist dasselbe Farbmodell ohne Transparenz, und CMYK mit Cyan, Magenta, Gelb und Schwarz ist das Gegenstück für den Druck, wo Farben nicht leuchten, sondern Licht schlucken.