
Qi2
Qi2 ist der weltweit gültige Standard für kabelloses Laden von Smartphones, bei dem Magnete im Gerät und im Ladepad dafür sorgen, dass beide exakt aufeinander sitzen. Er wurde 2023 vom Industrieverband Wireless Power Consortium eingeführt und übernimmt die Magnettechnik aus Apples MagSafe für alle Hersteller.
Ein Smartphone lässt sich nicht nur über ein Kabel laden, sondern auch, indem man es auf eine flache Ladeplatte legt. Der Strom springt dabei über ein Magnetfeld von der Platte ins Handy, ganz ohne Steckkontakt. Damit das zwischen Geräten verschiedener Hersteller überhaupt klappt, braucht es gemeinsame Regeln. Diese Regeln heißen Qi, gesprochen wie das chinesische Wort „Tschi“, und Qi2 ist ihre zweite Generation. Der wichtigste Unterschied: Im Handy und in der Ladeplatte sitzt jeweils ein Ring aus Magneten. Er zieht beide Teile in genau die Position, in der die Energieübertragung am besten funktioniert.
Warum der Magnetring den Unterschied macht
Beim alten Qi-Standard musste man das Handy von Hand richtig hinlegen. Lag es ein paar Millimeter daneben, lud es langsamer oder gar nicht. Viele Menschen legten ihr Gerät abends schief aufs Pad und fanden es morgens fast leer vor. Der Magnetring beseitigt dieses Problem vollständig, weil das Handy von selbst einrastet.
Die schlechte Ausrichtung kostete außerdem Energie. Was nicht im Akku ankommt, wird zu Wärme. Diese Wärme ist nicht nur Verschwendung, sie schadet auf Dauer auch dem Akku. Qi2 überträgt deshalb einen deutlich größeren Teil der eingesetzten Energie tatsächlich ins Gerät und bleibt kühler.
Wichtig ist auch der Blick auf die Konkurrenz: Apple hatte diese Magnettechnik unter dem Namen MagSafe schon seit 2020 exklusiv im iPhone. Andere Hersteller durften sie nicht nutzen. Mit Qi2 wurde die Technik zum offenen Standard, den jeder Hersteller einbauen darf. Ein Qi2-Ladegerät funktioniert damit an iPhones und an Android-Handys gleichermaßen.
Von der Spule zum Akku
In der Ladeplatte liegt eine Spule, also ein aufgewickelter Kupferdraht. Fließt Strom hindurch, entsteht ein Magnetfeld, das sich sehr schnell verändert. Im Handy sitzt eine zweite Spule. Das wechselnde Feld erzeugt in ihr wieder Strom, der dann in den Akku fließt. Dieses Prinzip nennt man Induktion, und es funktioniert nur über sehr kurze Distanz.
Genau deshalb ist die Position so entscheidend. Sitzen die beiden Spulen nicht übereinander, verpufft ein Großteil des Feldes im Raum. Der Magnetring von Qi2 hält die Spulen zuverlässig deckungsgleich. Zusätzlich reden beide Geräte miteinander: Das Handy meldet dem Ladegerät laufend, wie viel Leistung es gerade verträgt.
Die erste Qi2-Version erlaubte bis zu 15 Watt Ladeleistung. Eine Erweiterung von 2025 hob die Grenze auf 25 Watt an. Zum Vergleich: Ein modernes Kabel-Netzteil schafft oft 45 Watt oder mehr. Kabelloses Laden ist also weiterhin langsamer, dafür aber bequemer und schont die Ladebuchse, die sonst mit der Zeit verschleißt.
Woran man Qi2 im Laden erkennt
Qi2 begegnet einem überall dort, wo ein Ladepad ohne Kabel auskommt. Typisch sind Ständer auf dem Schreibtisch, Halterungen an der Autoscheibe und flache Pads auf dem Nachttisch. Auch Powerbanks nutzen die Magnete: Sie kleben einfach an der Rückseite des Handys und laden im Gehen mit.
Beim Kauf lohnt ein genauer Blick auf die Bezeichnung. Manche Zubehörhersteller werben mit „magnetisch“ oder „MagSafe-kompatibel“, ohne den offiziellen Standard erfüllt zu haben. Nur ein zertifiziertes Qi2-Produkt trägt das entsprechende Logo des Wireless Power Consortium. Nicht zertifizierte Nachbauten laden oft langsamer als versprochen.
Ein häufiger Irrtum betrifft Hüllen. Eine dicke Schutzhülle ohne eingebaute Magnete schwächt die Haftung stark, das Handy rutscht dann ab. Für Qi2 gibt es deshalb Hüllen mit eigenem Magnetring. In Technik-News taucht der Standard vor allem auf, wenn ein Hersteller ein neues Handy vorstellt: Ob es Qi2 unterstützt, gilt inzwischen als Merkmal für Ausstattung und Preisklasse.