Thunderbolt

Thunderbolt

Thunderbolt ist ein Anschluss an Computern, über den Daten, Bildsignale und Strom gleichzeitig durch ein einziges Kabel laufen. Er sieht aus wie ein USB-C-Anschluss, überträgt aber deutlich mehr Daten pro Sekunde.

Thunderbolt ist eine Anschlussart an Computern, entwickelt von den Firmen Intel und Apple. Über ein einziges Kabel laufen dabei drei Dinge gleichzeitig: Daten, das Bild für einen Monitor und Strom zum Laden. Der Stecker ist klein, oval und sieht genauso aus wie der weit verbreitete USB-C-Stecker. Erkennbar ist Thunderbolt am kleinen Blitz-Symbol neben der Buchse. Das Besondere ist die Geschwindigkeit: aktuelle Versionen schaffen 40 bis 80 Gigabit pro Sekunde. Zum Vergleich: ein ganzer Kinofilm in hoher Auflösung wäre damit in wenigen Sekunden kopiert.

Ein Kabel statt fünf

Früher brauchte ein Laptop am Schreibtisch mehrere Kabel. Eines für den Bildschirm, eines für die externe Festplatte, eines für das Netzteil, dazu Maus und Tastatur. Thunderbolt bündelt all das. Man steckt ein einziges Kabel in den Laptop und ist mit dem gesamten Arbeitsplatz verbunden. Solche Verteiler heißen Dockingstation.

Wichtig ist Thunderbolt vor allem für Leute, die mit großen Dateien arbeiten. Wer Videos schneidet, bewegt schnell mehrere hundert Gigabyte am Tag. Über einen langsamen Anschluss wäre das Warten unerträglich. Auch in der KI-Welt spielt der Anschluss eine Rolle: Trainingsdaten sind riesig und müssen zwischen Rechnern und Festplatten hin- und hergeschoben werden.

Ein häufiger Irrtum: Nicht jeder USB-C-Anschluss kann Thunderbolt. Die Stecker passen zwar ineinander, aber die Technik dahinter unterscheidet sich. Ein billiges USB-C-Kabel überträgt an einem Thunderbolt-Port nur die langsamere USB-Geschwindigkeit. Das erklärt viele enttäuschte Nutzer, die sich über lahme Datenraten wundern.

Was im Kabel passiert

Thunderbolt transportiert nicht einfach nur Daten. Es verpackt mehrere unterschiedliche Verbindungen in einer gemeinsamen Leitung. Enthalten sind unter anderem PCI Express, also der schnelle Draht, über den im Inneren eines Computers Grafikkarten und Festplatten hängen. Dazu kommt DisplayPort, das Signal für Monitore. Man kann sich das wie eine Autobahn mit mehreren Fahrspuren vorstellen.

Weil PCI Express mit hindurchgeleitet wird, verhält sich ein angestecktes Gerät fast so, als säße es im Computer selbst. Deshalb funktionieren externe Grafikkartengehäuse überhaupt. Man schließt eine große Grafikkarte an einen dünnen Laptop an, und der Laptop nutzt sie zum Spielen oder Rechnen.

Diese Nähe zum Innenleben hat eine Kehrseite. Ein bösartiges Gerät am Thunderbolt-Port könnte theoretisch direkt auf den Arbeitsspeicher zugreifen. Moderne Betriebssysteme verlangen deshalb eine Bestätigung, bevor ein neues Gerät Zugriff bekommt. Fremde Kabel oder Dockingstationen sollte man trotzdem nicht blind anstecken.

Thunderbolt im Laden und in Produktankündigungen

Am häufigsten begegnet einem Thunderbolt bei Notebooks der gehobenen Preisklasse. Alle MacBooks haben ihn, viele Windows-Laptops ebenfalls. In technischen Datenblättern steht dann etwa „2x Thunderbolt 4“. Die Zahl gibt die Generation an, höhere Zahlen bedeuten mehr Tempo und strengere Mindestanforderungen.

In Produktnews taucht der Begriff regelmäßig auf, wenn Intel eine neue Generation vorstellt. Thunderbolt 5 wurde 2023 angekündigt und verdoppelt die Bandbreite gegenüber der vierten Version. Solche Meldungen sind auch für Anleger interessant, weil Intel damit einen Standard kontrolliert, den fast die gesamte Laptop-Branche verwendet.

Im Alltag zeigt sich der Nutzen an Kleinigkeiten. Ein Studierender klappt den Laptop im Hörsaal zu, kommt heim, steckt ein Kabel ein und arbeitet an zwei großen Monitoren weiter. Der Laptop lädt dabei gleichzeitig auf. Genau dafür wurde der Anschluss gebaut.

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