Backlog

Backlog

Ein Backlog ist eine geordnete Liste von Aufgaben, die noch zu erledigen sind – meist in der Softwareentwicklung. In Unternehmensmeldungen bezeichnet das Wort auch den Bestand an bereits verkauften, aber noch nicht ausgelieferten Aufträgen.

Ein Backlog ist eine Liste von Dingen, die noch getan werden müssen. Das englische Wort bedeutet wörtlich etwa „Rückstand“. In Teams, die Software oder Produkte entwickeln, steht dort alles drin, was man sich für das Produkt wünscht: neue Funktionen, Verbesserungen, gemeldete Fehler. Wichtig ist, dass diese Liste nicht zufällig sortiert ist. Sie ist nach Priorität geordnet, oben steht das Dringendste. Der Begriff hat außerdem eine zweite Bedeutung: In Geschäftszahlen von Unternehmen meint Backlog die Summe der Aufträge, die schon unterschrieben, aber noch nicht abgearbeitet sind.

Was eine geordnete Aufgabenliste über ein Unternehmen verrät

Jedes Team hat mehr Ideen als Zeit. Der Backlog macht diesen Überhang sichtbar statt ihn zu verschweigen. Wer die Liste von oben nach unten liest, sieht die Prioritäten eines Teams sofort. Genau darum wird um die Reihenfolge oft heftiger gestritten als um die Aufgaben selbst.

Ein zweiter Grund ist Planbarkeit. Wenn ein Team weiß, wie viele Aufgaben es pro Monat schafft, kann es aus der Länge des Backlogs grob abschätzen, wie lange etwas dauert. Das ist kein exakter Termin, aber besser als raten. Wächst der Backlog dauerhaft schneller als die Abarbeitung, ist das ein Warnsignal. Dann sind entweder zu wenig Leute da oder die Ansprüche zu hoch.

In der Finanzwelt ist der Auftragsbestand eine der wichtigsten Kennzahlen überhaupt. Ein Flugzeugbauer mit Aufträgen für die nächsten acht Jahre hat eine sehr sichere Zukunft. Ein wachsender Backlog gilt deshalb als gutes Zeichen für Umsatz, der noch kommt. Er kann aber auch bedeuten, dass die Firma ihre Kunden nicht schnell genug beliefert.

Von der Wunschliste zum nächsten Arbeitspaket

Ein einzelner Eintrag beschreibt meist ein Ziel aus Sicht der Nutzer, nicht eine technische Anweisung. Ein Beispiel: „Nutzer sollen ihr Passwort selbst zurücksetzen können.“ Wie das umgesetzt wird, entscheidet das Team später. Jeder Eintrag bekommt außerdem eine Schätzung, wie aufwendig er ist. Diese Schätzung ist grob, oft nur „klein“, „mittel“, „groß“.

Für die Pflege der Liste ist normalerweise eine Person zuständig, häufig der Product Owner. Das ist die Rolle, die entscheidet, was dem Produkt am meisten nützt. Sie sortiert die Einträge neu, streicht überholte Wünsche und formuliert unklare Punkte um. Dieses regelmäßige Aufräumen nennt man Backlog Refinement.

Viele Teams arbeiten in festen Zeitabschnitten von ein bis vier Wochen, sogenannten Sprints. Zu Beginn nehmen sie sich die obersten Einträge aus dem großen Backlog und ziehen sie in eine kleinere Liste für diesen Zeitraum. Diese kleine Liste bleibt während des Sprints möglichst unangetastet, damit das Team konzentriert arbeiten kann. Der große Backlog darf sich dagegen jederzeit ändern.

Backlogs in Entwicklerwerkzeugen und in Quartalszahlen

Praktisch jedes Projektwerkzeug hat einen Backlog eingebaut, etwa Jira, Trello, Asana oder GitHub. Wer dort ein Softwareprojekt öffnet, sieht die offenen Punkte oft als „Issues“. Auch bei Open-Source-Projekten ist diese Liste öffentlich einsehbar. Man kann dort nachlesen, welche Fehler bekannt sind und woran gerade gearbeitet wird.

In Quartalsberichten von Börsenunternehmen taucht das Wort in der finanziellen Bedeutung auf. Rüstungs-, Bau- und Maschinenbaukonzerne nennen ihren Auftragsbestand meist in Milliarden Euro. Auch Anbieter von KI-Rechenzentren berichten, für wie viele Jahre ihre Kapazität schon verkauft ist. Analysten vergleichen diese Zahl mit dem Umsatz, um zu sehen, wie lange die Auftragsdecke reicht.

Ein häufiger Irrtum ist, den Backlog für einen Terminplan zu halten. Er sagt, was gemacht werden soll, und in welcher Reihenfolge – nicht, an welchem Datum. Verwechseln sollte man ihn auch nicht mit der technischen Schuld, also den Altlasten im Programmcode. Solche Altlasten können zwar als Einträge im Backlog landen, sind aber etwas anderes als die Liste selbst.

Subscribe free. Unsubscribe the second it sucks.

High-signal news across AI, business, UX, and tech. Every morning.