Zero-Click-Search

Zero-Click-Search

Zero-Click-Search bezeichnet eine Suchanfrage, bei der Nutzer die Antwort direkt auf der Ergebnisseite bekommen und keine fremde Website mehr anklicken. Seit Suchmaschinen KI-generierte Zusammenfassungen einblenden, betrifft das einen wachsenden Teil aller Suchen — mit spürbaren Folgen für die Besucherzahlen von Verlagen und Ratgeberseiten.

Wer früher bei Google nach der Höhe des Eiffelturms suchte, bekam eine Liste von Links und klickte einen davon an. Heute steht die Zahl 330 Meter oft schon direkt auf der Ergebnisseite, in einem hervorgehobenen Kasten. Die Suche ist damit beendet, ohne dass jemand eine andere Website besucht hat. Genau das meint der Begriff Zero-Click-Search: eine Suchanfrage, die zu null Klicks auf ein externes Angebot führt. Die Suchmaschine liefert die Antwort selbst, statt nur den Weg dorthin zu zeigen. Der Begriff kommt aus dem Englischen und heißt wörtlich übersetzt Null-Klick-Suche.

Wenn der Traffic ausbleibt

Für Nutzer ist das bequem. Für die Betreiber von Websites ist es ein wirtschaftliches Problem. Nachrichtenseiten, Rezeptportale und Ratgeberblogs finanzieren sich über Werbung oder Abos. Beides setzt voraus, dass Menschen die Seite tatsächlich aufrufen. Bleiben die Besucher aus, bricht die Einnahmequelle weg — obwohl der Inhalt weiterhin gelesen wird, nur eben in der Zusammenfassung der Suchmaschine.

Verschiedene Analysefirmen schätzen, dass inzwischen deutlich über die Hälfte aller Google-Suchen ohne Klick auf ein externes Ergebnis endet. Die genauen Zahlen sind umstritten, weil unterschiedlich gezählt wird. Der Trend selbst ist aber unbestritten und hat sich mit KI-Antworten beschleunigt. Mehrere große Verlage haben deshalb 2024 und 2025 spürbare Rückgänge bei ihren Suchbesuchern gemeldet.

Daraus entsteht ein Grundkonflikt. Suchmaschinen brauchen fremde Inhalte, um gute Antworten zu bauen. Die Urheber dieser Inhalte bekommen dafür immer weniger zurück. Einige Medienhäuser haben deshalb geklagt, andere haben Lizenzverträge mit KI-Anbietern geschlossen und lassen sich für die Nutzung bezahlen.

Was auf der Ergebnisseite passiert

Zero-Click-Suchen entstehen durch Elemente, die Suchmaschinen zusätzlich zur Linkliste einblenden. Dazu gehören Infokästen mit Fakten, Wetteranzeigen, Umrechner, Kartenausschnitte und Aufklappfelder mit häufigen Fragen. Solche Bausteine ziehen Informationen direkt aus Datenbanken oder aus dem Text der verlinkten Seiten. Der Nutzer sieht das Ergebnis, ohne die Quelle zu öffnen.

Die neuere und wirkungsvollere Variante sind KI-Zusammenfassungen. Ein Sprachmodell, also ein Programm, das aus Texten neue Texte erzeugt, liest dabei mehrere Quellen und formuliert daraus einen eigenen Absatz. Bei Google heißt diese Funktion AI Overviews. Der Absatz steht ganz oben, noch vor allen Links. Quellenangaben gibt es meist nur als kleine Verweise am Rand.

Wichtig ist die Abgrenzung: Zero-Click-Search beschreibt das Nutzerverhalten, nicht die Technik dahinter. Eine Suche kann auch ohne KI zu null Klicks führen, etwa bei einer Wetterabfrage. Umgekehrt gilt nicht jede Suche ohne Klick als gescheitert. Manche Nutzer suchen bewusst nur eine Zahl oder eine Uhrzeit und sind danach zufrieden.

Vom Suchergebnis zum Chatbot

Im Alltag begegnet einem das Phänomen bei fast jeder einfachen Frage. Umrechnungen, Öffnungszeiten, Fußballergebnisse, die Bedeutung eines Fremdworts — all das beantwortet die Suchmaschine direkt. Auch Sprachassistenten auf dem Handy oder dem Lautsprecher sind reine Zero-Click-Systeme. Sie lesen eine Antwort vor, eine Linkliste gibt es dort gar nicht.

In Wirtschaftsnachrichten taucht der Begriff vor allem in zwei Zusammenhängen auf. Erstens bei Quartalszahlen von Medienunternehmen, die sinkende Reichweiten erklären müssen. Zweitens in kartellrechtlichen Debatten, weil Behörden prüfen, ob Suchmaschinen ihre eigene Position unfair stärken.

Die Branche reagiert mit neuen Strategien. Manche Anbieter setzen stärker auf Newsletter, Apps oder Communitys, um direkt erreichbar zu sein. Andere versuchen, in den KI-Antworten selbst als Quelle genannt zu werden — dafür hat sich bereits der Begriff Generative Engine Optimization etabliert, also die Optimierung für KI-Antwortmaschinen statt für klassische Trefferlisten.

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