
Query-String
Der Query-String ist der Teil einer Internetadresse hinter dem Fragezeichen. Dort stehen zusätzliche Angaben für die Webseite, zum Beispiel ein Suchbegriff, eine Seitenzahl oder eine Sortierung.
Jede Internetadresse zeigt auf eine bestimmte Seite. Oft reicht die reine Adresse aber nicht aus, weil die Seite noch eine Zusatzinformation braucht. Diese Zusatzinformation steht hinter einem Fragezeichen am Ende der Adresse und heißt Query-String. Ein Beispiel: In der Adresse « shop.de/suche?begriff=fahrrad&seite=2 » ist alles nach dem Fragezeichen der Query-String. Er sagt der Seite zwei Dinge: gesucht wird « fahrrad », und angezeigt werden soll die zweite Ergebnisseite. Der Aufbau ist immer gleich: ein Name, ein Gleichheitszeichen, ein Wert. Mehrere solcher Paare werden mit dem Zeichen & aneinandergehängt.
Warum halbe Adressen nicht funktionieren
Ohne Query-String müsste eine Webseite für jede denkbare Suche eine eigene, fest gespeicherte Adresse haben. Das ist unmöglich, denn niemand kann alle Suchbegriffe der Welt vorher kennen. Der Query-String löst das Problem elegant. Die Adresse bleibt dieselbe, nur die Werte dahinter ändern sich. Der Server baut die passende Seite dann in dem Moment zusammen, in dem die Anfrage eintrifft.
Ein zweiter Vorteil: Der Query-String ist Teil der Adresse und lässt sich deshalb kopieren. Wenn du jemandem einen Link zu einer gefilterten Produktliste schickst, sieht die Person genau dieselbe Liste. Ein Lesezeichen funktioniert aus demselben Grund. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Filter, die nur im Hintergrund gesetzt werden, lassen sich nicht weitergeben.
Wichtig ist auch, was nicht in den Query-String gehört. Da er sichtbar in der Adresszeile steht und in Protokolldateien der Server landet, sind Passwörter dort völlig fehl am Platz. Für sensible Daten nutzt man andere Wege der Übertragung, bei denen die Angaben nicht in der Adresse auftauchen.
Wie Namen und Werte zusammenkommen
Der Browser hängt den Query-String an die Adresse an und schickt alles gemeinsam an den Server. Der Server zerlegt die Zeichenkette wieder: erst an den &-Zeichen in einzelne Paare, dann an den Gleichheitszeichen in Name und Wert. Danach liegen die Angaben als saubere Liste vor, mit der das Programm auf dem Server weiterarbeitet. Man kann sich das wie eine Bestellkarte vorstellen: Auf der Karte stehen Felder mit Beschriftung, und der Kellner liest sie Zeile für Zeile ab.
Ein Detail sorgt regelmäßig für Verwirrung. Manche Zeichen haben in einer Adresse eine feste Bedeutung, etwa das &, das Gleichheitszeichen oder das Leerzeichen. Sie dürfen deshalb nicht einfach als normaler Text im Wert stehen. Stattdessen werden sie umgeschrieben, ein Leerzeichen wird zum Beispiel zu %20. Dieses Umschreiben heißt URL-Kodierung. Deshalb sehen kopierte Links manchmal aus, als wären sie kaputt, obwohl alles korrekt ist.
Abzugrenzen ist der Query-String vom Pfad, also dem Teil vor dem Fragezeichen. Der Pfad benennt die Ressource selbst, etwa eine Artikelseite. Der Query-String verändert nur die Darstellung oder Auswahl. Und noch etwas gehört nicht dazu: alles hinter einem Rautezeichen, der sogenannte Anker, wird gar nicht an den Server geschickt. Er sagt allein dem Browser, an welche Stelle der Seite er springen soll.
Vom Onlineshop bis zur KI-Schnittstelle
Du siehst Query-Strings jeden Tag, meist ohne darauf zu achten. Suchmaschinen packen deine Suchanfrage hinein, Onlineshops die gewählten Filter und die Sortierung, Videoplattformen die Kennnummer des Videos. Auch Werbe- und Analysekennzeichen reisen dort mit, etwa Angaben wie « utm_source ». Damit können Betreiber nachvollziehen, über welche Kampagne ein Besucher gekommen ist.
Auch in der Technik hinter KI-Produkten spielt der Query-String eine Rolle. Programme sprechen miteinander über Schnittstellen, also festgelegte Adressen, an die man Anfragen schickt. Kleine Angaben wie eine Maximalzahl von Ergebnissen oder ein Modellname werden dabei häufig als Query-Parameter übergeben. Größere Inhalte, etwa ein langer Text für ein Sprachmodell, passen dort nicht hinein und werden anders übertragen. Der Grund ist einfach: Adressen dürfen in der Praxis nur wenige tausend Zeichen lang sein.
Für dich selbst ist der Query-String ein nützliches Werkzeug. Wenn du in der Adresszeile eine Zahl änderst, springst du oft direkt auf eine andere Ergebnisseite. Und wenn du einen Link weitergibst, kannst du überflüssige Anhängsel hinter dem Fragezeichen meist gefahrlos löschen. Der Kern der Adresse bleibt dabei erhalten.