
Webhook
Ein Webhook ist eine automatische Benachrichtigung, die ein Onlinedienst an eine vom Nutzer hinterlegte Internetadresse schickt, sobald ein bestimmtes Ereignis eintritt. So erfahren Programme sofort von Neuigkeiten, ohne selbst ständig nachfragen zu müssen.
Programme im Internet müssen sich gegenseitig Bescheid geben. Ein Bezahldienst muss dem Onlineshop mitteilen, dass eine Zahlung angekommen ist. Es gibt zwei Wege dafür. Entweder der Shop fragt alle paar Sekunden nach: „Ist schon Geld da?“ Oder der Bezahldienst meldet sich von selbst, sobald es etwas zu melden gibt. Der zweite Weg heißt Webhook. Der Shop hinterlegt dafür einmal eine Internetadresse, und der Bezahldienst schickt genau dorthin eine kurze Nachricht, wenn das Ereignis eintritt.
Warum Nachfragen im Sekundentakt teuer wird
Das ständige Nachfragen hat einen Namen: Polling. Es verschwendet Rechenzeit und Datenverkehr, denn die meisten Anfragen bringen die Antwort „nichts Neues“. Wer eine Million Bestellungen im Monat abwickelt und jede Sekunde nachfragt, erzeugt Millionen sinnloser Anfragen. Beim Webhook fällt genau eine Nachricht pro Ereignis an. Der Unterschied ist also nicht nur technisch, sondern auch eine Kostenfrage.
Dazu kommt die Verzögerung. Wer alle 60 Sekunden nachfragt, erfährt Neuigkeiten im Schnitt eine halbe Minute zu spät. Ein Webhook trifft dagegen meist innerhalb von Millisekunden ein. Bei einer Kaufbestätigung ist das angenehm. Bei einem Alarm in der Serverüberwachung oder bei einem Kursausschlag im Börsenhandel kann es entscheidend sein.
Für Firmen sind Webhooks außerdem der Klebstoff zwischen Software, die eigentlich nichts miteinander zu tun hat. Ein Zahlungsanbieter, ein Buchhaltungsprogramm und ein Versanddienstleister stammen von drei verschiedenen Herstellern. Über Webhooks arbeiten sie trotzdem zusammen, ohne dass jemand die Programme umschreiben muss.
Was beim Auslösen tatsächlich passiert
Zuerst richtet der Empfänger eine Adresse ein, an die Nachrichten gehen sollen. Sie sieht aus wie eine normale Webadresse, etwa shop.de/hooks/zahlung. Diese Adresse trägt er beim Sender in dessen Einstellungen ein und wählt aus, über welche Ereignisse er informiert werden will. Danach wartet er einfach.
Tritt das Ereignis ein, schickt der Sender ein kleines Datenpaket an diese Adresse. Es enthält meist strukturierten Text, der Ereignisart, Zeitpunkt und Details wie Betrag oder Bestellnummer auflistet. Der Empfänger antwortet mit einer Erfolgsmeldung. Bleibt diese Bestätigung aus, weil der Server gerade überlastet oder offline ist, versucht der Sender es später erneut, oft mit wachsenden Wartezeiten.
Zwei Punkte sind heikel. Erstens muss der Empfänger prüfen, dass die Nachricht wirklich vom richtigen Absender stammt, denn die Adresse ist ja öffentlich erreichbar. Dafür hängt der Sender eine kryptografische Signatur an, also eine mit einem geheimen Schlüssel berechnete Prüfsumme. Zweitens kann dieselbe Nachricht durch Wiederholversuche mehrfach ankommen. Der Empfänger muss Duplikate erkennen, sonst verschickt der Shop dieselbe Ware zweimal.
Webhooks in KI-Diensten und Alltagssoftware
In Chat- und Team-Programmen wie Slack, Discord oder Microsoft Teams stecken Webhooks hinter fast jeder automatischen Meldung. Wenn im Entwicklerkanal steht, dass gerade neuer Programmcode hochgeladen wurde, hat ein Webhook von GitHub diese Nachricht ausgelöst. Auch Automatisierungsdienste wie Zapier oder IFTTT bauen darauf auf.
Besonders wichtig sind Webhooks bei KI-Anwendungen, die lange rechnen. Ein Videogenerator braucht für einen Clip vielleicht drei Minuten. Die aufrufende App wartet nicht untätig, sondern hinterlegt eine Webhook-Adresse und macht weiter. Ist das Video fertig, kommt die Benachrichtigung mit dem Downloadlink. Anbieter wie OpenAI oder Replicate bieten solche Rückmeldungen genau dafür an.
Verwechseln sollte man Webhooks nicht mit einer normalen Programmierschnittstelle, kurz API. Bei einer API fragt man aktiv etwas ab und wartet auf die Antwort. Beim Webhook ist die Richtung umgedreht: der Dienst ruft von selbst zurück. Deshalb heißt das Verfahren auch Callback. In Produktbeschreibungen findet man den Hinweis „Webhook-Support“ oft als Verkaufsargument, weil er zeigt, dass sich ein Werkzeug in bestehende Abläufe einbinden lässt.