On-Premise

On-Premise

On-Premise heißt: Ein Unternehmen betreibt seine Software und die dazugehörigen Rechner in den eigenen Räumen, statt sie bei einem fremden Anbieter im Internet zu mieten. Das kostet mehr Aufwand, gibt aber die vollständige Kontrolle über die eigenen Daten.

Programme, die eine Firma benutzt, müssen irgendwo laufen. Sie brauchen also Rechner, Speicherplatz und eine ständige Stromversorgung. Bei On-Premise stehen diese Rechner im eigenen Haus, meist in einem eigens dafür eingerichteten Raum. Die Firma kauft die Geräte, betreut sie selbst und trägt die volle Verantwortung dafür. Der Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet wörtlich „auf dem eigenen Grundstück“. Das Gegenmodell ist die Cloud: Dort mietet man Rechenleistung bei einem Anbieter wie Amazon oder Microsoft und greift über das Internet darauf zu.

Kontrolle über die eigenen Daten

Der wichtigste Grund für eigene Rechner ist Vertraulichkeit. Ein Krankenhaus verwaltet Patientenakten, eine Bank Kontobewegungen, ein Maschinenbauer Konstruktionszeichnungen. Solche Daten will niemand auf fremden Festplatten liegen haben. Wer die Rechner selbst besitzt, weiß genau, wo die Daten sind und wer sie anfassen kann.

Dazu kommen rechtliche Vorgaben. In Deutschland und der EU gibt es strenge Regeln, wo personenbezogene Daten gespeichert werden dürfen. Bei einem amerikanischen Cloud-Anbieter ist die Rechtslage kompliziert, weil US-Behörden unter bestimmten Bedingungen Zugriff verlangen können. Eigene Server im eigenen Keller machen diese Frage einfacher. Deshalb ist On-Premise gerade bei Behörden, Kliniken und Rüstungsfirmen weiter verbreitet als in Start-ups.

Ein weiteres Argument ist Unabhängigkeit. Wer alles bei einem einzigen Anbieter betreibt, ist von dessen Preisen und Entscheidungen abhängig. Erhöht der Anbieter die Gebühren, hat man kaum eine Wahl. Fachleute nennen dieses Festhängen Vendor Lock-in, also Bindung an einen Lieferanten.

Serverschrank, Klimaanlage, Wartungsteam

Praktisch bedeutet On-Premise: Die Firma kauft Server, also besonders leistungsfähige Rechner ohne Bildschirm. Diese stehen in Metallschränken in einem gekühlten Raum, denn sie erzeugen viel Wärme. Dazu gehören eine Notstromversorgung und eine schnelle Netzwerkanbindung. Für den laufenden Betrieb braucht man Personal, das Updates einspielt und Ausfälle behebt.

Die Kostenstruktur unterscheidet sich deutlich von der Cloud. On-Premise verlangt eine große Investition am Anfang, danach fallen vor allem Strom- und Personalkosten an. In der Cloud zahlt man nichts im Voraus, aber jeden Monat eine Rechnung nach Verbrauch. Bei gleichmäßiger Auslastung über viele Jahre kann eigene Hardware günstiger sein. Bei stark schwankendem Bedarf ist Mieten fast immer sinnvoller.

Ein häufiger Irrtum ist, On-Premise sei automatisch sicherer. Das gilt nur, wenn jemand die Systeme wirklich pflegt. Ein vergessener Server mit veralteter Software ist ein leichtes Ziel für Angreifer. Große Cloud-Anbieter beschäftigen dagegen ganze Sicherheitsabteilungen. Sicherheit hängt also weniger vom Standort ab als von der Sorgfalt.

KI-Modelle im eigenen Rechenzentrum

In den Nachrichten taucht der Begriff derzeit vor allem im Zusammenhang mit künstlicher Intelligenz auf. Viele Unternehmen möchten Sprachmodelle nutzen, ohne ihre internen Dokumente an einen fremden Dienst zu schicken. Deshalb gibt es frei verfügbare Modelle, die man auf eigenen Grafikkarten betreiben kann. Anbieter wie Meta oder Mistral veröffentlichen solche Modelle bewusst zum Herunterladen.

Das ist allerdings teuer. Die Grafikkarten, die für KI-Berechnungen gebraucht werden, kosten pro Stück oft mehrere zehntausend Euro. Für ein leistungsfähiges Modell braucht man mehrere davon gleichzeitig. Kleine Firmen weichen deshalb auf Mischformen aus: unkritische Aufgaben in der Cloud, sensible Daten im eigenen Haus. Fachleute sprechen dann von einer Hybrid-Lösung.

Auch außerhalb der KI begegnet man dem Wort ständig. Software-Hersteller wie SAP oder Microsoft verkaufen ihre Produkte in beiden Varianten und drängen ihre Kunden seit Jahren in Richtung Cloud, weil regelmäßige Mieteinnahmen für sie planbarer sind. Wenn ein Konzern ankündigt, seine Systeme „von On-Premise in die Cloud zu migrieren“, steckt dahinter oft ein Projekt über mehrere Jahre und viele Millionen Euro.

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