Labor Day

Labor Day

Der Labor Day ist ein gesetzlicher Feiertag in den USA und in Kanada, der am ersten Montag im September begangen wird und den arbeitenden Menschen gewidmet ist. Für Finanzmärkte bedeutet er einen Handelstag weniger, für viele Amerikaner das inoffizielle Ende des Sommers.

Der Labor Day ist ein Feiertag in den Vereinigten Staaten und in Kanada. Er fällt immer auf den ersten Montag im September. Gefeiert wird die Arbeit selbst, also die Leistung der Beschäftigten eines Landes. In Deutschland gibt es einen ähnlichen Tag, den 1. Mai. Die USA haben ihren Feiertag bewusst auf einen anderen Termin gelegt. Das hatte politische Gründe, die bis ins 19. Jahrhundert zurückreichen.

Ein Feiertag mit politischer Vorgeschichte

Im späten 19. Jahrhundert arbeiteten viele Menschen in den USA zwölf Stunden am Tag, oft an sechs oder sieben Tagen die Woche. Gewerkschaften kämpften damals für kürzere Arbeitszeiten und bessere Bezahlung. Der erste große Umzug zu Ehren der Arbeiter fand 1882 in New York statt. Zwölf Jahre später machte der US-Kongress den Tag zum landesweiten Feiertag.

Der Termin im September war eine bewusste Entscheidung. Der 1. Mai galt in den USA als Datum der radikalen Arbeiterbewegung, verbunden mit gewaltsamen Auseinandersetzungen in Chicago im Jahr 1886. Die Regierung wollte diesen Bezug vermeiden. Deshalb bekam der Labor Day ein eigenes, unbelastetes Datum. Bis heute ist der 1. Mai in den USA kein Feiertag.

Heute steht der Tag weniger für Proteste als für Erholung. Viele Amerikaner sehen ihn als letztes langes Wochenende des Sommers. Schulen und Universitäten starten oft kurz danach ins neue Jahr. Der ursprüngliche politische Kern ist also stark in den Hintergrund gerückt.

Was an diesem Montag stillsteht

An einem gesetzlichen Feiertag schließen in den USA Behörden, Banken und Schulen. Auch die großen Börsen in New York bleiben zu, also die New York Stock Exchange und die Technologiebörse Nasdaq. Zusammen mit dem Wochenende entsteht ein freies Wochenende von drei Tagen. Fachleute nennen so etwas ein langes Wochenende oder auf Englisch ein long weekend.

Für Anleger heißt das: An diesem Tag werden in den USA keine Aktien gehandelt. Nachrichten, die über den Feiertag hereinkommen, wirken sich erst am Dienstag auf die Kurse aus. Dadurch fallen die Bewegungen am ersten Handelstag danach manchmal größer aus als üblich. Auch der Handel in Europa ist ruhiger, weil ein großer Teil der weltweiten Käufer und Verkäufer fehlt.

Ein verbreiteter Irrtum ist, dass an solchen Tagen gar nichts passiert. Kryptowährungen werden rund um die Uhr gehandelt, auch an Feiertagen. Und Firmen können weiterhin Mitteilungen veröffentlichen. Nur der geregelte Börsenhandel in den USA pausiert.

Warum der Tag in Wirtschaftsnachrichten auftaucht

In Finanznachrichten wird der Labor Day meist als Terminmarke genannt. Redaktionen schreiben etwa, dass die Börsen feiertagsbedingt geschlossen bleiben. Oder sie ordnen ein, dass der Handel wegen der Ferienzeit dünn war. Dünner Handel bedeutet: Es sind wenige Käufer und Verkäufer aktiv, und schon kleine Aufträge bewegen den Kurs spürbar.

Der Tag markiert außerdem den Übergang in eine geschäftigere Phase. Nach dem Sommer kehren Händler, Analysten und Unternehmensleitungen aus dem Urlaub zurück. Im September häufen sich deshalb Produktvorstellungen, Konferenzen und Quartalsplanungen. Auch Technologiekonzerne legen Ankündigungen gern in diese Wochen.

Im Handel selbst ist der Labor Day ein wichtiges Datum für Rabattaktionen. Ähnlich wie der Black Friday im November lockt er mit Sonderangeboten, besonders bei Elektronik und Möbeln. Händler wie Amazon oder Best Buy melden danach oft Umsatzzahlen. Diese Zahlen gelten als früher Hinweis darauf, wie kauffreudig die amerikanischen Verbraucher gerade sind.

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