
Jalapeño
Der Jalapeño ist eine mittelscharfe Chilisorte aus Mexiko, die grün geerntet und weltweit als Gemüse und Gewürz verwendet wird. Seine Schärfe liegt deutlich über der einer Paprika, aber weit unter der von Sorten wie Habanero.
Der Jalapeño ist eine Sorte der Chili, also einer scharfen Paprikafrucht. Die Schoten sind meist fünf bis neun Zentimeter lang, kräftig grün und dickwandig. Geerntet werden sie normalerweise, bevor sie rot ausreifen. Ihren Namen tragen sie nach der mexikanischen Stadt Xalapa, wo sie früher gehandelt wurden. Heute wächst der Jalapeño in vielen warmen Regionen der Welt, unter anderem in Mexiko, den USA, Spanien und China. Er gilt als scharf, aber gut aushaltbar — und ist damit für viele Menschen der Einstieg in scharfes Essen.
Die Sorte, die Schärfe alltagstauglich gemacht hat
Schärfe wird in Scoville-Einheiten gemessen, einer Skala für den Gehalt des Reizstoffs Capsaicin. Ein Jalapeño liegt typischerweise bei 2.500 bis 8.000 Einheiten. Eine gewöhnliche Gemüsepaprika hat null, eine Habanero-Chili bis zu 350.000. Der Jalapeño trifft damit einen Bereich, den fast jeder Erwachsene ohne Training verträgt.
Genau das erklärt seine wirtschaftliche Bedeutung. Lebensmittelkonzerne brauchen eine Schärfe, die Kunden nicht abschreckt, aber trotzdem schmeckt. Deshalb steht Jalapeño auf Tiefkühlpizzen, in Nacho-Käsesaucen und auf Burgern großer Fastfood-Ketten. Allein in Mexiko werden jährlich mehrere Hunderttausend Tonnen davon geerntet.
Dazu kommt die Verarbeitbarkeit. Die dicken Wände der Schote halten Einlegen, Grillen und Füllen aus, ohne zu zerfallen. Dünnwandige Chilis eignen sich dafür kaum und werden meist getrocknet.
Warum Capsaicin brennt, obwohl nichts heiß ist
Die Schärfe kommt vom Capsaicin, einem Stoff, den die Pflanze zur Abwehr von Fressfeinden bildet. Capsaicin dockt an einen Rezeptor in der Haut und Schleimhaut an, der eigentlich Hitze meldet. Das Gehirn bekommt also ein Hitzesignal, obwohl die Temperatur unverändert ist. Schärfe ist deshalb kein Geschmack, sondern ein Schmerz- und Wärmereiz.
Im Jalapeño sitzt das Capsaicin vor allem in den weißen Scheidewänden, an denen die Kerne hängen. Entfernt man diese Innenteile, wird die Schote deutlich milder. Die Kerne selbst sind nur mitbetroffen, weil sie an dieser Stelle liegen.
Capsaicin löst sich nicht in Wasser, aber in Fett. Wasser verteilt es beim Trinken nur weiter im Mund. Milch, Joghurt oder Käse wirken dagegen tatsächlich, weil ihr Fett den Stoff bindet. Das ist auch der Grund, warum scharfe Gerichte oft mit Sahne oder Käse serviert werden.
Vom Supermarktregal bis zum Chipotle
Am häufigsten begegnet man Jalapeños eingelegt, in Scheiben und in Gläsern oder Dosen. Das Einlegen in Essig und Salz macht sie haltbar und nimmt einen Teil der Schärfe. Frische grüne Schoten liegen in vielen Supermärkten im Gemüseregal, oft neben Paprika und Peperoni.
Ein Klassiker der Tex-Mex-Küche sind Jalapeño Poppers: halbierte Schoten, mit Frischkäse gefüllt, paniert und ausgebacken. Getrocknet und über Holzrauch geräuchert wird aus dem Jalapeño der Chipotle, eine braune Chili mit rauchigem Aroma. Chipotle ist also keine eigene Pflanze, sondern eine Verarbeitungsstufe — ein häufiger Irrtum.
In Nachrichten und Produktnamen taucht das Wort außerdem als reines Marketingsignal auf: eine Chipsvariante, eine Saucenlinie, eine Aktionsedition. Gemeint ist dann oft nur die Zutat „scharf, aber nicht extrem“. In der Tech-Welt sieht man den Namen gelegentlich als Projekt- oder Servercodenamen, weil Firmen ihre Versionen gern nach Chilisorten oder Ortsnamen benennen.