Zachtronics

Zachtronics war ein US-amerikanisches Computerspiel-Studio, das für Puzzlespiele bekannt wurde, in denen man Maschinen, Fabriken oder Programme selbst zusammenbaut. Die Spiele gelten als besonders nah an echter Ingenieurs- und Programmierarbeit und haben ein eigenes Genre begründet.

Zachtronics war ein kleines Studio aus den USA, das Computerspiele entwickelt hat. Gegründet wurde es 2011 von Zach Barth, der dem Studio auch seinen Namen gab. Die Spiele haben fast alle dieselbe Grundidee: Der Spieler bekommt eine Aufgabe und muss dafür selbst eine Maschine bauen. Das kann eine Fabrik sein, eine Schaltung aus elektronischen Bauteilen oder ein kleines Programm aus einzelnen Befehlen. Statt Gegner zu besiegen, löst man technische Probleme — und zwar so, wie ein Ingenieur es tun würde. 2022 veröffentlichte das Studio sein letztes Spiel und stellte die Entwicklung ein.

Warum Spiele über Ingenieursarbeit ein eigenes Genre wurden

Die meisten Puzzlespiele haben eine einzige richtige Lösung. Bei Zachtronics ist das anders: Es gibt fast immer viele Wege zum Ziel. Das Spiel prüft nur, ob die gebaute Maschine die Aufgabe erfüllt. Wie elegant, schnell oder sparsam sie das tut, bleibt dem Spieler überlassen. Danach zeigt eine Statistik, wie die eigene Lösung im Vergleich zu allen anderen Spielern abschneidet.

Genau dieser Vergleich macht den Reiz aus. Man löst eine Aufgabe, sieht dann, dass die Hälfte aller Spieler weniger Bauteile gebraucht hat — und fängt von vorne an. Diese Mischung aus Freiheit und Wettbewerb war neu. Sie hat den Begriff „Zach-like“ hervorgebracht, mit dem Fans heute Spiele mit ähnlichem Aufbau bezeichnen.

Für die Tech-Branche sind die Spiele aus einem zweiten Grund interessant. Sie vermitteln Denkweisen, die im Beruf zählen: ein Problem zerlegen, eine Lösung testen, sie danach verbessern. Manche Informatiklehrer setzen die Spiele deshalb im Unterricht ein. Zach Barth hat sogar eine Version eines Spiels speziell für Schulen veröffentlicht.

Vom Bauteil zur funktionierenden Maschine

Der Ablauf ist in den meisten Titeln gleich. Zuerst beschreibt eine Aufgabe, was am Ende herauskommen soll — etwa ein bestimmtes Molekül oder eine bestimmte Zahlenfolge. Dann bekommt man eine leere Fläche und einen begrenzten Vorrat an Bauteilen. Man setzt diese Teile zusammen, drückt auf Start und schaut zu, wie die Maschine läuft. Funktioniert sie nicht, ändert man etwas und startet erneut.

Die Bauteile unterscheiden sich je nach Spiel stark. In „SpaceChem“ sind es Fließbänder und Greifarme, die Atome zu Molekülen verbinden. In „Opus Magnum“ arbeitet man mit mechanischen Armen einer alchemistischen Werkstatt. In „TIS-100“ und „Shenzhen I/O“ schreibt man dagegen echten Programmcode in einer vereinfachten Maschinensprache, also einer Sprache aus sehr einfachen Einzelbefehlen.

Ein oft unterschätzter Punkt: Die Spiele erklären wenig von selbst. Bei „Shenzhen I/O“ liegt ein Handbuch von über 30 Seiten bei, das man tatsächlich lesen muss. Das ist Absicht. Auch im echten Ingenieursalltag beginnt Arbeit häufig damit, ein Datenblatt zu verstehen.

Wo die Spiele heute auftauchen

Die bekanntesten Titel sind „SpaceChem“, „Infinifactory“, „TIS-100“, „Shenzhen I/O“, „Opus Magnum“ und „Exapunks“. Sie laufen auf normalen Computern und sind über Plattformen wie Steam erhältlich. Nach dem Ende des Studios erschienen die Spiele gebündelt in Sammlungen, teils zusammen mit dem Quellcode.

In der Tech-Presse fällt der Name meist in zwei Zusammenhängen. Erstens, wenn es um spielerisches Lernen von Programmieren geht — Zachtronics gilt dort als Maßstab. Zweitens, wenn neue Spiele erscheinen, die dem Prinzip folgen. „Factorio“ oder „Baba Is You“ werden häufig in diesem Umfeld genannt, auch wenn sie von anderen Studios stammen.

Ein Missverständnis sollte man vermeiden: Zachtronics hat nichts mit künstlicher Intelligenz zu tun. Die Spiele tauchen im KI-Umfeld nur auf, weil Forscher sie manchmal als Testaufgabe nutzen. Ein Programm soll dabei selbst eine funktionierende Maschine bauen — eine Aufgabe, an der aktuelle Systeme noch deutlich scheitern.

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