Bloomberg Terminal

Bloomberg Terminal

Das Bloomberg Terminal ist ein kostenpflichtiges Computerprogramm, mit dem Banken, Fondsmanager und Journalisten Finanzdaten in Echtzeit abrufen und miteinander kommunizieren. Ein einzelner Zugang kostet rund 30.000 US-Dollar pro Jahr und gilt in der Finanzbranche trotzdem als Standardwerkzeug.

Das Bloomberg Terminal ist ein Programm für Menschen, die beruflich mit Geld handeln. Es zeigt an, was Aktien, Anleihen, Rohstoffe oder Währungen gerade kosten — und zwar sekundenaktuell. Dazu kommen Nachrichten, Firmenbilanzen, Statistiken und ein eigenes Nachrichtensystem, über das die Nutzer sich gegenseitig schreiben. Betrieben wird es von der US-Firma Bloomberg L.P., die 1981 von Michael Bloomberg gegründet wurde. Ein Zugang kostet ungefähr 30.000 US-Dollar im Jahr, pro Person. Weltweit gibt es rund 350.000 solcher Zugänge, und dieses Geschäft macht den größten Teil des Umsatzes der Firma aus.

Warum eine Software für 30.000 Dollar überlebt

Viele Daten, die das Terminal liefert, findet man heute auch kostenlos im Internet. Der Unterschied liegt in Geschwindigkeit, Vollständigkeit und Verlässlichkeit. Wer mit fremdem Geld in Millionenhöhe handelt, kann sich eine falsche oder zehn Minuten alte Zahl nicht leisten. Das Terminal deckt außerdem Nischen ab, für die es keine Gratisquelle gibt: etwa Preise für Unternehmensanleihen, die selten gehandelt werden.

Der zweite Grund ist der eingebaute Chat, genannt Instant Bloomberg. Dort erreicht man praktisch jeden wichtigen Händler der Welt, und die Identität aller Teilnehmer ist geprüft. Genau das macht einen Wechsel zur Konkurrenz schwierig. Ein Netzwerk ist nur so nützlich wie die Zahl der Leute darin. Fachleute nennen diesen Effekt Lock-in: Man bleibt nicht wegen des Produkts, sondern wegen der anderen Nutzer.

Für die Tech-Branche ist das Terminal deshalb ein Lehrbuchbeispiel. Es zeigt, dass ein Produkt nicht das beste sein muss, um einen Markt zu beherrschen. Konkurrenten wie Refinitiv oder FactSet sind teilweise günstiger, haben Bloomberg aber nie verdrängt.

Die schwarze Oberfläche und die Vier-Buchstaben-Codes

Das Terminal sieht bewusst altmodisch aus: schwarzer Hintergrund, orange und grüne Schrift, wenig Grafik. Bedient wird es nicht hauptsächlich mit der Maus, sondern über kurze Befehle. Wer die Kursentwicklung einer Aktie sehen will, tippt zum Beispiel das Kürzel des Unternehmens, dann « GP » und drückt eine Taste. Andere Codes rufen Nachrichten, Bilanzen oder Analystenmeinungen auf. Erfahrene Nutzer arbeiten damit deutlich schneller als mit klickbaren Menüs.

Auffällig ist die Tastatur, die zum Zugang gehört. Sie hat farbige Sondertasten und eine große Taste namens « GO », die einen eingetippten Befehl ausführt. Statt der Enter-Taste hat sie also einen eigenen Auslöser. Manche Modelle enthalten sogar einen Fingerabdruckleser, damit sich niemand fremd einloggen kann.

Technisch läuft die Software auf normalen Rechnern, holt sich die Daten aber von Bloombergs eigenen Servern. Die Firma sammelt Kurse direkt von Börsen und Händlern, prüft sie und verteilt sie weiter. Ein häufiger Irrtum ist, das Terminal sei ein spezieller Computer. Es ist reine Software plus Abonnement — der Bildschirm davor ist ein gewöhnlicher Monitor.

Wo der Name in Nachrichten auftaucht

Im Alltag begegnet dir das Terminal selten direkt, sein Inhalt aber ständig. Die Nachrichtenagentur Bloomberg News wurde ursprünglich gegründet, um das Gerät attraktiver zu machen. Ihre Meldungen erscheinen heute auf vielen Nachrichtenseiten. Wenn eine Zeitung Kursdaten oder Umfragen unter Analysten zitiert, stammen sie oft aus dieser Quelle.

In Tech-Nachrichten kommt das Terminal vor, wenn es um Sprachmodelle im Finanzbereich geht. Bloomberg hat 2023 ein eigenes Modell namens BloombergGPT vorgestellt, trainiert auf jahrzehntelang gesammelten Finanztexten. Seither bauen die Entwickler Funktionen ein, die Dokumente zusammenfassen oder Fragen in normaler Sprache beantworten. Die Diskussion dahinter lautet: Kann künstliche Intelligenz ein so teures Abonnement überflüssig machen, oder macht sie es noch wertvoller?

Erwähnt wird das Terminal außerdem regelmäßig in Skandalen. 2013 wurde bekannt, dass Bloomberg-Journalisten sehen konnten, wann Kunden sich eingeloggt hatten. Solche Fälle zeigen, wie viel Wissen über den Finanzmarkt an einem einzigen Ort zusammenläuft.

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