Gmail

Gmail

Gmail ist der E-Mail-Dienst von Google, den man kostenlos im Browser oder per App nutzt. Er speichert die Nachrichten nicht auf dem eigenen Gerät, sondern auf Rechnern von Google, und filtert Werbemüll automatisch heraus.

Gmail ist der E-Mail-Dienst des US-Konzerns Google. Eine E-Mail ist ein Brief, der nicht auf Papier, sondern über das Internet verschickt wird. Bei Gmail liegen diese Briefe nicht auf dem eigenen Handy oder Laptop, sondern auf Computern von Google, die ständig laufen und über das Internet erreichbar sind. Man öffnet das Postfach entweder im Browser, also im Programm, mit dem man Webseiten anschaut, oder über eine App auf dem Handy. Der Dienst startete 2004 und ist für Privatpersonen kostenlos. Heute nutzen ihn nach Angaben von Google mehr als eine Milliarde Menschen.

Der Ausweis für halbe Internet

Eine Gmail-Adresse ist selten nur eine Adresse. Wer ein Google-Konto anlegt, bekommt damit auch Zugang zu YouTube, zum Kartendienst Google Maps, zum Online-Speicher Google Drive und zum App-Laden von Android-Handys. Die E-Mail-Adresse ist dabei der Name, mit dem man sich überall anmeldet. Auch fremde Webseiten bieten oft einen Knopf zum Anmelden mit dem Google-Konto an.

Daraus folgt ein handfestes Risiko. Wer das Passwort zu diesem einen Konto verliert, verliert unter Umständen den Zugang zu vielen Diensten gleichzeitig. Angreifer wissen das und zielen bewusst auf E-Mail-Postfächer. Denn viele Webseiten schicken das Zurücksetzen des Passworts genau dorthin. Fachleute empfehlen deshalb ein zweites Sicherheitsmerkmal beim Anmelden, etwa einen Zahlencode aufs Handy.

Für Unternehmen ist Gmail außerdem ein Geschäftsfeld. Firmen zahlen für Google Workspace, ein Paket mit E-Mail unter eigener Firmenadresse, Textverarbeitung und Online-Speicher. Dieser Bereich zählt bei Google zu den Umsatzsäulen neben der Werbung. In Wirtschaftsnachrichten tauchen Gmail und Workspace deshalb regelmäßig als Konkurrenz zu Microsoft und dessen Diensten Outlook und Office auf.

Was hinter dem Spam-Filter steckt

Technisch besteht Gmail aus zwei Teilen. Der eine Teil nimmt Nachrichten an, verschickt sie und lagert sie in großen Rechenzentren, also Hallen voller Computer. Der andere Teil ist die Oberfläche, die man sieht: Postfach, Suchfeld, Ordner. Zwischen beiden Teilen liegen Filter, die jede eingehende Nachricht prüfen.

Der bekannteste dieser Filter sortiert Spam aus, also unerwünschte Massenwerbung und Betrugsversuche. Er arbeitet mit maschinellem Lernen: Ein Programm hat an vielen Millionen Beispielen gesehen, welche Nachrichten Nutzer als Müll markiert haben, und erkennt daran Muster. Dazu gehören verdächtige Absenderadressen, typische Formulierungen und Links auf gefälschte Seiten. Google gibt an, damit über 99 Prozent des Spams abzufangen. Fehler bleiben trotzdem möglich, deshalb lohnt ein gelegentlicher Blick in den Spam-Ordner.

Charakteristisch ist auch die Suche. Gmail sortiert Nachrichten nicht vorrangig in Ordner, sondern erwartet, dass man sie über Stichwörter wiederfindet. Das passt zum Kerngeschäft von Google, das mit einer Suchmaschine begann. Zusätzlich hängen Labels an den Nachrichten, also Etiketten, von denen eine Mail mehrere gleichzeitig tragen kann.

Vorschlagstexte und Datenschutzdebatten

Im Alltag begegnet Gmail den meisten Menschen als Standard-Postfach auf einem Android-Handy. Dort ist die App vorinstalliert. Man merkt den Dienst außerdem an Kleinigkeiten: Antwortvorschläge unter einer Mail, automatisch ergänzte Sätze beim Schreiben, ein Hinweis auf einen Termin, der in der Nachricht steht. Diese Funktionen stammen aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz und lesen dafür den Text der Nachricht mit.

Genau das ist der Kern der Kritik. Google hat bis 2017 Inhalte privater Mails ausgewertet, um passende Werbung anzuzeigen, und diese Praxis nach öffentlichem Druck beendet. Automatische Prüfungen für Spam, Schadprogramme und Komfortfunktionen laufen aber weiter. In Nachrichten über Datenschutz und über KI-Assistenten wie Gemini, die auf das eigene Postfach zugreifen sollen, kommt Gmail deshalb häufig vor.

Eine verbreitete Verwechslung sollte man dabei kennen. E-Mail ist ein offener Standard, den viele Anbieter unterstützen; Gmail ist nur einer davon. Eine Gmail-Adresse kann problemlos mit einer Adresse bei GMX, Posteo oder einer Firma schreiben. Wer Google nicht vertraut, kann also wechseln, ohne das Prinzip E-Mail aufzugeben.

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