DocuSign

DocuSign

DocuSign ist ein US-Unternehmen, dessen Software das Unterschreiben von Verträgen im Internet ermöglicht. Statt Papier auszudrucken und per Post zu schicken, setzt man seine Unterschrift im Browser oder auf dem Handy.

DocuSign ist ein Unternehmen aus Kalifornien, das eine Software für digitale Unterschriften anbietet. Wer einen Vertrag abschließen will, bekommt eine E-Mail mit einem Link. Im Browser oder in einer App sieht man das Dokument, klickt auf die markierten Stellen und tippt oder zeichnet seinen Namen. Danach ist der Vertrag unterschrieben, ohne dass Papier im Spiel war. Das Unternehmen wurde 2003 gegründet und ist seit 2018 an der US-Börse notiert. Es gilt als bekanntester Anbieter in diesem Bereich, hat aber Konkurrenz von Adobe und kleineren Firmen.

Warum Verträge nicht mehr per Post reisen

Ein Vertrag auf Papier verursacht erstaunlich viel Aufwand. Er muss gedruckt, unterschrieben, eingescannt oder verschickt und danach abgeheftet werden. Bei zwei Vertragsparteien in verschiedenen Ländern dauert das schnell eine Woche. Digital dauert derselbe Vorgang oft nur Minuten. Genau diese Zeitersparnis ist das Produkt, das DocuSign verkauft.

Für Unternehmen zählt außerdem, dass nichts verloren geht. Die Software merkt sich, wer wann was unterschrieben hat, und erinnert Beteiligte automatisch. Wenn eine von fünf Unterschriften fehlt, sieht man das sofort. In Branchen mit vielen Verträgen, etwa bei Immobilien, Versicherungen oder Personalabteilungen, spart das ganze Stellen an Verwaltungsarbeit.

An der Börse gilt DocuSign als Beispiel für den sogenannten Corona-Effekt. Während der Pandemie stieg die Nachfrage stark, weil niemand ins Büro kam. Der Aktienkurs vervielfachte sich, brach danach aber wieder ein. Das Unternehmen ist damit ein häufig zitiertes Fallbeispiel dafür, wie Anleger kurzfristiges Wachstum mit dauerhaftem verwechseln können.

Was eine elektronische Unterschrift rechtlich hält

Der getippte Namenszug allein ist juristisch wertlos. Entscheidend ist, was im Hintergrund passiert. Die Software speichert zu jeder Unterschrift ein Protokoll: E-Mail-Adresse, Uhrzeit, IP-Adresse des Geräts und jeden einzelnen Klick. Dieses Protokoll ist der eigentliche Beweis, dass eine bestimmte Person zugestimmt hat.

Zusätzlich wird das fertige Dokument kryptografisch versiegelt. Vereinfacht gesagt berechnet das System aus der Datei eine eindeutige Prüfsumme, eine Art digitalen Fingerabdruck. Ändert jemand später auch nur ein Komma, passt dieser Fingerabdruck nicht mehr. Eine Manipulation fällt dadurch sofort auf.

In der EU regelt die eIDAS-Verordnung, welche Form wann reicht. Für Alltagsverträge genügt meist die einfache elektronische Signatur. Für sensible Fälle gibt es die qualifizierte Signatur, bei der die Identität vorher amtlich geprüft wird, etwa per Ausweis und Videochat. Ein verbreiteter Irrtum ist, dass digital unterschriebene Verträge grundsätzlich weniger gelten. Für manche Dokumente schreibt das deutsche Recht aber weiterhin echtes Papier vor, zum Beispiel bei Kündigungen von Arbeitsverhältnissen.

Wo einem der Dienst begegnet

Viele Menschen nutzen DocuSign, ohne den Namen bewusst wahrzunehmen. Der Handyvertrag, die Wohnungsübergabe, der Praktikumsvertrag oder die Zustimmung zu einer Klassenfahrt laufen zunehmend über solche Dienste. Auf dem Bildschirm sieht man dann meist nur ein gelbes Feld mit der Aufschrift Hier unterschreiben.

In Wirtschaftsnachrichten taucht der Name aus zwei Gründen auf. Erstens als Quartalszahlen, weil das Unternehmen börsennotiert ist. Zweitens im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz: DocuSign verkauft inzwischen Werkzeuge, die Verträge automatisch auslesen und auffällige Klauseln markieren. Der Anbieter will damit weg vom reinen Unterschreiben und hin zur Verwaltung ganzer Vertragsbestände.

Vorsicht ist bei E-Mails geboten, die angeblich von DocuSign stammen. Weil fast jeder den Absender kennt und ihm vertraut, nutzen Betrüger den Namen für gefälschte Nachrichten. Wer auf einen solchen Link klickt, landet auf einer nachgebauten Seite und gibt dort seine Zugangsdaten preis. Sinnvoll ist es deshalb, den Absender genau zu prüfen und im Zweifel direkt über die offizielle Website einzusteigen.

Subscribe free. Unsubscribe the second it sucks.

High-signal news across AI, business, UX, and tech. Every morning.