
Yield
Yield ist der englische Ausdruck für die Rendite: der jährliche Ertrag einer Geldanlage, ausgedrückt in Prozent ihres Preises. Weil der Yield mit dem Preis rechnet und nicht nur mit dem versprochenen Zins, zeigt er, was eine Anlage heute tatsächlich einbringt.
Yield ist das englische Wort für Rendite. Gemeint ist der Ertrag einer Geldanlage pro Jahr, angegeben in Prozent des eingesetzten Geldes. Ein einfaches Beispiel: Du legst 1000 Euro an und bekommst dafür 40 Euro im Jahr. Der Yield beträgt dann 4 Prozent. Der Begriff taucht vor allem bei Anleihen auf, also bei Schuldscheinen, mit denen sich Staaten oder Unternehmen Geld leihen. Er wird aber auch bei Aktien, Immobilien und sogar bei Sparkonten benutzt.
Warum Anleger auf den Yield starren und nicht auf den Zins
Der Yield ist der wichtigste Vergleichsmaßstab an den Finanzmärkten. Anlagen sind sehr unterschiedlich gebaut: eine Staatsanleihe mit zehn Jahren Laufzeit, eine Aktie mit Dividende, eine vermietete Wohnung. Der Yield rechnet alle drei auf eine einzige Prozentzahl herunter. Erst dadurch lässt sich sagen, welche Anlage mehr abwirft.
Besonders viel Aufmerksamkeit bekommt der Yield zehnjähriger Staatsanleihen der USA und Deutschlands. Diese Zahl gilt als Preis des Geldes für die gesamte Wirtschaft. Steigt sie, werden Kredite für Firmen und Hausbauer teurer. Gleichzeitig wird das sichere Sparen attraktiver. Viele Anleger verkaufen dann Aktien und kaufen Anleihen, weil sie dort ohne großes Risiko ordentlich verdienen.
Deshalb hängt auch der Kurs von Technologieunternehmen am Yield. Solche Firmen versprechen hohe Gewinne, aber erst in vielen Jahren. Wenn heute schon 4 Prozent ohne Risiko zu holen sind, wirkt ein vages Versprechen für 2035 weniger verlockend. Ein Anstieg der Anleiherenditen drückt darum oft die Kurse wachstumsstarker Aktien.
Die Rechnung dahinter: Preis unten, Yield oben
Eine Anleihe hat zwei feste Größen. Sie zahlt einen festen Betrag pro Jahr, den sogenannten Kupon. Und sie zahlt am Ende der Laufzeit den aufgedruckten Betrag zurück, meist 100 Euro. Diese beiden Zahlen ändern sich nie. Was sich ständig ändert, ist der Preis, zu dem die Anleihe gerade gehandelt wird.
Genau daraus folgt die wichtigste Regel: Preis und Yield bewegen sich gegenläufig. Eine Anleihe mit 3 Euro Kupon hat bei einem Preis von 100 Euro einen Yield von 3 Prozent. Fällt ihr Preis auf 75 Euro, bekommt der neue Käufer weiterhin 3 Euro im Jahr. Sein Yield liegt jetzt bei 4 Prozent. Nichts an der Anleihe hat sich geändert, nur ihr Preis. Wenn in den Nachrichten steht, die Renditen seien gestiegen, heißt das also immer auch: Die Anleihekurse sind gefallen.
Bei Aktien funktioniert es ähnlich. Die Dividendenrendite ist die jährliche Ausschüttung geteilt durch den Aktienkurs. Zahlt eine Firma 2 Euro je Aktie und kostet die Aktie 50 Euro, sind das 4 Prozent. Ein hoher Yield ist allerdings nicht automatisch ein gutes Zeichen. Oft ist er hoch, weil der Kurs abgestürzt ist und der Markt an der Firma zweifelt.
Yield in Schlagzeilen, Krypto und Sparangeboten
In Wirtschaftsnachrichten begegnet dir der Begriff fast täglich. Sätze wie « die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen stieg auf 2,6 Prozent » beschreiben genau dieses Verhältnis. Ein zweiter Klassiker ist die Zinskurve, also der Vergleich kurzer und langer Laufzeiten. Liegt der Yield kurzer Anleihen über dem langer, sprechen Ökonomen von einer inversen Kurve. Historisch war das oft ein Warnsignal für eine Rezession.
Auch in der Krypto- und Fintech-Welt wird kräftig mit dem Wort geworben. Begriffe wie Yield Farming oder Staking Yield versprechen zweistellige Erträge. Hier gilt der wichtigste Merksatz der Finanzwelt: Ein ungewöhnlich hoher Yield ist kein Geschenk, sondern die Bezahlung für ein hohes Risiko. Wer 20 Prozent bietet, rechnet damit, dass ein Teil der Anleger sein Geld verliert.
Ein häufiger Irrtum ist übrigens, Yield mit Gewinn gleichzusetzen. Der Yield beschreibt nur den laufenden Ertrag. Ob du am Ende Geld verdienst, hängt zusätzlich davon ab, ob der Kurs deiner Anlage steigt oder fällt. Eine Anleihe mit 4 Prozent Yield kann trotzdem ein Verlustgeschäft sein, wenn ihr Preis um 10 Prozent nachgibt.