Xerox PARC

Xerox PARC ist ein 1970 gegründetes Forschungszentrum des Kopiererherstellers Xerox im kalifornischen Palo Alto. Dort entstanden zentrale Ideen der modernen Computernutzung, etwa der Bildschirm mit Fenstern und Symbolen, die Maus als Steuergerät und das Firmennetzwerk Ethernet.

Xerox PARC ist ein Forschungszentrum in Palo Alto, einer Stadt südlich von San Francisco. Gegründet wurde es 1970 von Xerox, einem großen amerikanischen Hersteller von Kopiergeräten. Die Firma verdiente damals sehr viel Geld und wollte herausfinden, wie Büroarbeit in zwanzig Jahren aussehen würde. Dafür stellte sie einige der besten Computerforscher des Landes ein und ließ ihnen ungewöhnlich viel Freiheit. Das Ergebnis war eine Serie von Erfindungen, die bis heute jeden Computer und jedes Smartphone prägen. Der Name PARC steht für Palo Alto Research Center.

Der Ort, an dem der moderne Computer erfunden wurde

Vor PARC bedienten Menschen Computer über eingetippte Befehlszeilen. Man musste Kommandos auswendig kennen, sonst passierte nichts. In Palo Alto entstand die Idee, den Bildschirm stattdessen wie einen Schreibtisch aussehen zu lassen. Dokumente wurden zu Rechtecken, Programme zu kleinen Bildern, und mit einem Zeiger konnte man darauf klicken. Diese Bedienoberfläche nennt man grafische Benutzeroberfläche.

PARC entwickelte außerdem den Laserdrucker und Ethernet, die Technik, mit der Computer in einem Gebäude per Kabel verbunden werden. Auch die objektorientierte Programmierung wurde hier stark vorangetrieben. Das ist eine Art, Software zu schreiben, bei der Programme aus vielen kleinen, eigenständigen Bausteinen bestehen. Fast jede heutige Programmiersprache arbeitet nach diesem Prinzip.

Für Xerox selbst war das Zentrum ein teures Geschäft. Die Firma verkaufte kaum Produkte auf Basis dieser Erfindungen. Andere Unternehmen griffen die Ideen auf und verdienten daran Milliarden. PARC gilt deshalb als Musterbeispiel dafür, dass gute Forschung allein noch keinen wirtschaftlichen Erfolg bedeutet.

Wie in Palo Alto geforscht wurde

Das Erfolgsrezept war organisatorisch, nicht technisch. Xerox gab den Forschern ein großes Budget und kaum Vorgaben. Es gab keine Quartalsziele und keine Pflicht, ein verkaufsfertiges Produkt abzuliefern. Die Gruppen bauten stattdessen funktionierende Versuchsgeräte, sogenannte Prototypen, und benutzten sie im eigenen Alltag.

Das bekannteste dieser Geräte hieß Alto und entstand 1973. Der Alto hatte einen hochkant stehenden Bildschirm, eine Maus und eine Netzwerkverbindung. Er war nie zum Verkauf gedacht, aber es wurden rund tausend Stück gebaut und in den Büros eingesetzt. Weil die Forscher ihre eigenen Erfindungen täglich nutzten, fielen Schwächen sofort auf. Diese Methode nennt man heute oft „das eigene Hundefutter essen“.

Wichtig war auch die Mischung der Leute. In den Teams saßen Ingenieure, Mathematiker und Psychologen nebeneinander. Die Frage lautete nicht nur, was technisch machbar ist, sondern was Menschen tatsächlich bedienen können. Genau diese Verbindung fehlte den meisten Computerfirmen dieser Zeit.

Warum der Name in KI-Diskussionen immer wieder fällt

1979 besuchte Steve Jobs mit einer Gruppe von Apple das Zentrum. Was er dort sah, floss in den Apple Lisa und später in den Macintosh ein. Microsoft entwickelte mit Windows ein ähnliches Konzept. Wer heute ein Fenster verschiebt oder ein Symbol anklickt, benutzt eine Idee aus Palo Alto.

In Wirtschaftsnachrichten dient PARC meist als Vergleichsmaßstab. Wenn Google, OpenAI oder Nvidia teure Forschungslabore aufbauen, heißt es oft, sie wollten „ihr eigenes PARC“ schaffen. Gemeint ist ein Ort, an dem klug ausgewählte Fachleute ohne kurzfristigen Erfolgsdruck arbeiten dürfen. Gleichzeitig schwingt die Warnung mit, dass Erfindungen ohne Vermarktung an die Konkurrenz fallen.

Ein häufiger Irrtum ist, PARC sei geschlossen worden. Das Zentrum existiert weiter, seit 2002 als eigenständige Firma und seit 2023 unter dem Dach des Forschungsinstituts SRI International. Seine große Zeit liegt allerdings in den 1970er Jahren.

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