KI-Skills

KI-Skills

KI-Skills sind die Fähigkeiten, die man braucht, um mit Programmen wie ChatGPT sinnvoll und kritisch zu arbeiten. Dazu gehören gute Anweisungen formulieren, Ergebnisse überprüfen und einschätzen, wofür sich solche Programme überhaupt eignen.

Programme wie ChatGPT beantworten Fragen, schreiben Texte und erzeugen Bilder. Der Umgang mit solchen Programmen ist eine erlernbare Fähigkeit, und genau die meint der Begriff KI-Skills. Gemeint ist nicht, dass man selbst solche Programme bauen kann. Gemeint ist, dass man sie klug benutzt: passende Aufgaben auswählen, präzise Anweisungen geben, die Antworten prüfen. Denn diese Programme klingen immer überzeugend, auch wenn sie falsch liegen. Wer das erkennt und trotzdem produktiv damit arbeitet, hat KI-Skills. In Stellenanzeigen und Weiterbildungsprogrammen taucht der Begriff inzwischen sehr häufig auf.

Warum Arbeitgeber danach fragen

Viele Unternehmen setzen KI-Programme in ihren Arbeitsalltag ein. Sie merken dabei schnell, dass das Werkzeug allein wenig bringt. Zwei Menschen mit demselben Zugang zu ChatGPT kommen zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Der Unterschied liegt darin, wie sie fragen und wie genau sie hinschauen. Deshalb steht in Ausschreibungen heute oft eine Zeile zu KI-Kenntnissen.

Für dich als Schüler bedeutet das etwas Konkretes. Diese Fähigkeit wird in vielen Berufen erwartet, ohne dass sie ein Studienfach ist. Sie gehört eher in dieselbe Kategorie wie Recherche oder Tabellenkalkulation. Man lernt sie durch Anwenden, nicht durch Auswendiglernen. Wichtig ist auch die Gegenrichtung: erkennen, wann man ein Problem besser selbst löst.

Dazu kommt ein rechtlicher Punkt. Wer Firmengeheimnisse oder Kundendaten in ein fremdes Chatprogramm tippt, verstößt oft gegen Regeln des Datenschutzes. Auch das Wissen darüber zählt zu den KI-Skills. Ein Mitarbeiter, der die Grenzen kennt, ist für Unternehmen wertvoller als einer, der nur schnell Texte erzeugt.

Fragen stellen, prüfen, entscheiden

Der bekannteste Teil ist das Formulieren von Anweisungen, im Englischen Prompting genannt. Ein Prompt ist einfach der Text, den man dem Programm gibt. Wirksame Prompts nennen die Rolle, das Ziel, die Zielgruppe und die gewünschte Länge. Statt „Schreib etwas über Klima“ also: „Erkläre den Treibhauseffekt in fünf Sätzen für einen Zehnjährigen.“ Meist arbeitet man in mehreren Runden und verbessert das Ergebnis Schritt für Schritt.

Der zweite Teil ist das Überprüfen. KI-Programme sagen Wort für Wort das jeweils wahrscheinlichste nächste Wort vorher. Sie haben kein Wissen darüber, was wahr ist. Deshalb erfinden sie manchmal Quellen, Zahlen oder Zitate; Fachleute sprechen von Halluzinationen. Wer KI-Skills hat, behandelt jede Antwort als Entwurf und schlägt Behauptungen nach.

Der dritte Teil ist die Auswahl der Aufgaben. Gut geeignet sind Zusammenfassen, Umformulieren, Ideensammeln, Übersetzen und das Erklären von unbekannten Wörtern. Schlecht geeignet sind exakte Rechnungen, aktuelle Fakten und alles, wo eine falsche Antwort Schaden anrichtet. Diese Einschätzung unterscheidet erfahrene Nutzer von Anfängern. Sie entsteht vor allem durch eigenes Ausprobieren und durch Fehler, die man bemerkt hat.

Von der Schule bis zur Stellenanzeige

Im Alltag begegnet dir das schon beim Lernen. Man kann sich einen Sachverhalt in einfacheren Worten erklären lassen oder eigene Übungsaufgaben erzeugen. Man kann sich auch abfragen lassen, bevor eine Klausur ansteht. Das Abschreiben eines fertigen Aufsatzes gehört ausdrücklich nicht dazu und gilt an Schulen als Täuschung.

In den Wirtschaftsnachrichten tauchen KI-Skills als Thema für Weiterbildung auf. Große Konzerne, Handelskammern und Beratungsfirmen bieten Kurse und Zertifikate an. Studien schätzen regelmäßig, welcher Anteil der Beschäftigten solche Fähigkeiten braucht; die Zahlen liegen oft bei über der Hälfte. Solche Prognosen sind grobe Schätzungen und man sollte sie mit Vorsicht lesen.

Wichtig ist die Abgrenzung zu verwandten Begriffen. Ein Data Scientist wertet große Datenmengen aus und braucht Mathematik und Programmierkenntnisse. KI-Skills dagegen setzen kein Programmieren voraus. Auch mit KI-Kompetenz im Sinne des europäischen KI-Gesetzes ist nicht dasselbe gemeint: dort geht es um vorgeschriebene Schulungen für Betriebe. Umgangssprachlich beschreibt der Begriff einfach den souveränen Umgang mit KI-Werkzeugen.

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