Insourcing

Insourcing

Insourcing bedeutet, dass ein Unternehmen Aufgaben wieder selbst erledigt, die zuvor eine fremde Firma übernommen hatte. In der Technikbranche betrifft das oft Rechenzentren, Software oder eigene Chips.

Unternehmen müssen bei jeder Aufgabe entscheiden: selbst machen oder einkaufen? Wer eine Aufgabe an eine fremde Firma abgibt, betreibt Outsourcing. Insourcing ist die Gegenrichtung. Eine Firma holt Arbeit zurück ins eigene Haus und erledigt sie mit eigenen Leuten und eigener Technik. Das kann eine Aufgabe sein, die früher schon einmal ausgelagert war. Es kann aber auch eine Tätigkeit sein, die man von Anfang an lieber selbst aufbaut, statt sie einzukaufen.

Warum Firmen ihre Technik zurückholen

Der häufigste Grund ist Geld. Ein externer Dienstleister rechnet seine Kosten ab und schlägt einen Gewinn darauf. Bei kleinen Mengen fällt das kaum ins Gewicht. Wächst das Volumen aber stark, wird der Aufschlag zu einem großen Betrag. Ab einer bestimmten Größe lohnt es sich, eigene Leute einzustellen.

Der zweite Grund ist Abhängigkeit. Wer eine zentrale Aufgabe komplett aus der Hand gibt, verliert Kontrolle darüber. Erhöht der Anbieter die Preise, hat man wenig entgegenzusetzen. Fällt er aus, steht das eigene Geschäft still. Fachleute nennen das Lock-in: Man steckt fest, weil ein Wechsel zu teuer oder zu aufwendig wäre.

Ein dritter Grund ist Wissen. Wenn eine Firma ihre wichtigste Technik nie selbst gebaut hat, versteht sie sie irgendwann nicht mehr im Detail. Das ist gefährlich, wenn genau diese Technik den Vorsprung gegenüber der Konkurrenz ausmacht. Dazu kommen rechtliche Gründe: Sensible Daten von Kunden oder Patienten will man oft nicht auf fremden Servern liegen haben.

Was der Aufbau im eigenen Haus verlangt

Insourcing beginnt fast immer mit einer Rechnung. Man vergleicht die laufenden Kosten beim Dienstleister mit den Kosten einer eigenen Lösung. Zu Letzteren gehören Gehälter, Geräte, Räume und Strom. Dazu kommen die einmaligen Kosten für den Umzug der Daten und Systeme. Erst wenn sich diese Anfangsinvestition in wenigen Jahren amortisiert, also durch die Ersparnis wieder hereinkommt, ergibt der Schritt Sinn.

Danach folgt der schwierigere Teil: Personal. Man braucht Leute, die die Aufgabe wirklich beherrschen. Genau diese Fachkräfte sind bei Servern, Chipdesign und KI-Systemen knapp und teuer. Oft übernimmt eine Firma deshalb Mitarbeiter oder gleich ein ganzes kleines Unternehmen, um an das Wissen zu kommen.

In der Praxis läuft der Wechsel selten auf einen Schlag ab. Meist betreibt man eine Zeit lang beide Wege parallel und verschiebt Schritt für Schritt mehr Last ins eigene System. Häufig bleibt es auch bei einer Mischform. Ein Unternehmen betreibt die Standardlast selbst und mietet nur bei Spitzen zusätzliche Kapazität dazu.

Insourcing in den Tech-Nachrichten

Am sichtbarsten ist der Trend bei Chips. Apple hat jahrelang Prozessoren von Intel gekauft und entwickelt seit 2020 eigene für seine Computer. Google, Amazon und Microsoft bauen inzwischen eigene Chips für KI-Berechnungen, statt alles bei Nvidia zu kaufen. Der Grund ist derselbe: geringere Kosten und weniger Abhängigkeit von einem einzigen Zulieferer.

Ein zweites Feld sind Rechenzentren. Viele Firmen haben ihre Programme in die Cloud verlagert, also auf gemietete Server im Internet. Einige holen sie inzwischen zurück auf eigene Hardware, weil die Rechnungen mit dem Wachstum stark gestiegen sind. In den Medien heißt das oft Cloud-Repatriierung. Es betrifft aber längst nicht alle Firmen, sondern vor allem sehr große mit gleichmäßiger Auslastung.

Ein verbreiteter Irrtum ist, Insourcing sei grundsätzlich der bessere Weg. Für kleine Unternehmen ist Outsourcing meist günstiger und flexibler. Es lohnt sich erst, wenn eine Aufgabe groß, dauerhaft und strategisch wichtig ist. Wenn du also in einer Meldung liest, ein Konzern baue etwas selbst, ist das kein Modetrend, sondern das Ergebnis einer sehr konkreten Kostenrechnung.

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